Aktuelles

02.06.2022

Interview mit David Schmidt

Schiedsrichter des Monats Mai

Unser Schiedsrichter des Monats Mai ist David Schmidt vom FC Union Niederrad. David gehört seit seinem Umzug nach Frankfurt im Sommer 2019 unserer Schiedsrichtervereinigung an und war vorher bereits in seinem alten Landesverband Südbaden aktiv. Seitdem ist er als Schiedsrichter in der Hessenliga aktiv, ist sich aber nicht zu schade, Spielleitungen in der Kreisoberliga Frankfurt zu übernehmen. Ebenso ist David sehr aktiv in die Förderung unserer talentierten Nachwuchs-Schiedsrichter eingebunden und auch immer bereit, ein Referat auf dem Lehrabend zu halten. Er ist somit nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz ein absoluter Gewinn für unsere Vereinigung.

Seine Pfeife wird so schnell allerdings nicht mehr auf Hessens Fußballplätzen zu hören sein, denn David, der beruflich in der Schiedsrichterabteilung des DFB arbeitet, wird in der kommenden Saison eine berufliche Auszeit einlegen.

Wir haben ihn daher bei seiner vorerst letzten Hessenliga-Begegnung Hünfelder SV – Viktoria Griesheim begleitet und einige Impressionen mitgebracht.

Name: David Schmidt

Alter: 33 Jahre

Schiedsrichter seit: 2006

Spielklasse: Hessenliga

Verein: FC Union Niederrad 07

 

 

  1. Wie bist Du zum Schiedsrichtern gekommen?

Bei einem Schulturnier 2006 ist ein Schiri ausgefallen. Daraufhin bat mich der Sportlehrer das Turnier zu Ende zu pfeifen. Das habe ich dann auch getan. Ich bekam zu meiner Überraschung anschließend sehr viel Lob von den Mannschaften. Also habe ich im Verein mal mit meinem damaligen Jugendleiter gesprochen, der selbst Schiri war. Er meinte, dass in wenigen Wochen ein Lehrgang stattfindet und hat mich dann gleich angemeldet!

 

  1. Was begeistert Dich am Schiedsrichtersport?

Das Entscheiden! Man kann sich nicht verstecken, man muss führen und entscheiden. Das ist eine wunderbare Lebensschule!

 

David mit seinen Assistenten Katrin Rafalski und Christian Steib

 

  1. Welches sind die größten Veränderungen im Schiedsrichtersport, die Du während Deiner Laufbahn miterlebt hast?

Im Schiedsrichterwesen insgesamt zählt für mich ganz klar die Einführung des VAR dazu! Die Möglichkeit, klare Fehler mithilfe der Technik korrigieren zu können, z.B. bei sehr knappen Abseitstoren, nimmt sehr viel Druck von den Schiris.

Auf unserer Ebene im Amateursport wiederum ist die Wiedereinführung der Zeitstrafe ein interessanter Aspekt. Vielleicht gelingt es damit, etwas mehr Ruhe aufs Feld zu bekommen.

 

 

  1. Was war Dein unvergesslichster Moment auf dem Platz?

Es ist jetzt über 16 Jahre her, aber ich denke tatsächlich immer noch an mein allererstes Spiel als offizieller Schiri zurück. Das erste Mal zwei Mannschaften aufs Feld führen zu dürfen war für mich ein total prägendes Erlebnis, an das ich mich – wie gesagt – bis heute bestens erinnere.

 

  1. Welches war das beste Spiel, das Du je gepfiffen hast?

Auch das ist sehr schnell beantwortet: das SBFV-Pokalfinale 2019 zwischen dem FC 08 Villingen und Rielasingen/Arlen. Das Endspiel eines Verbandspokals leiten zu dürfen, ist für uns Amateur-Schiris sicherlich die größte Auszeichnung, die man erhalten kann! Ein herrliches Spiel in herrlichem Rahmen, live in der ARD. Und am Ende das größte Lob, das man als Schiri bekommen kann: Niemand redete über die Unparteiischen!

 

 

6. Was war Dein größter Lernmoment auf dem Spielfeld?

Da gibt es in meiner langen Zeit als Schiri (leider) so einige. Gerade als Assistent konnte ich sehr viel bei erfahrenen Schiris abschauen. Aus seinen Fehlern zu lernen ist aber auch eine große Kunst. Einerseits darf man sie nicht schmälern, andererseits sollte man aber auch nicht zu hart mit sich selbst ins Gericht gehen. Denn: Niemand macht Fehler absichtlich, aber niemand sollte Fehler fahrlässig machen.

 

7. Was möchtest Du als “alter Hase” unseren Nachwuchs-Schiedsrichtern mit auf den Weg geben?

„Geduld ist die Tugend der Könige.“ So lautet ein sehr altes und sehr zutreffendes Sprichwort!

Im Schiri-Leben geht nicht immer alles von heute auf morgen. Ein guter Schiri reift über die Jahre. Die drei Grundpfeiler für eine optimale Entwicklung sind dabei immer dieselben: Fitness, Regelkenntnis und Praxis! Viel pfeifen, viel winken. Erfahrungen sammeln, seine Leistungen kritisch analysieren und geduldig einen Schritt nach dem anderen machen

 

 


15.05.2022

Infos zur Kreisleistungsprüfung 2022

 

Regeltest
Vom 10.-12.06.2022 (Fr-So) muss der Regeltest auf dem Regelfragen-Portal (https://fragen.sr-region-frankfurt.de) online bearbeitet werden. Ihr habt drei Tage Zeit dafür. Wer dort noch nicht registriert ist, sollte sich mit seinem vollständigen und korrekten Vor- und Nachnamen für den Kreis Frankfurt anmelden. Es wird wieder einen Junioren- und Seniorentest geben. Bitte lediglich den Regeltest aus eurer höchsten Spielklasse bearbeiten. Der Regeltest ist mit mind. 25 Punkten bestanden. Als Lern-Grundlage gelten alle Frankfurter Regeltests aus dieser Saison.

 

 

 

 

Laufprüfung
Der obligatorische Lauftest findet am 11.6. (Sa) von 9 bis 14 Uhr auf dem Kunstrasenplatz des SC Goldstein statt. Es wird wieder in unterschiedlichen Gruppen (Alter/Spielklasse) gelaufen.

 

 

 

Zeitplan:
Uhrzeit/Alter/Spielklasse
09:00 Uhr: alle Ü60-Schiris
09:20 Uhr: 40 – 60 Junioren
09:40 Uhr: 40 – 60 Senioren
10:00 Uhr: alle KOL+SRA
10:30 Uhr: U40 Gruppe 1 (Senioren A – J)
11:00 Uhr: U40 Gruppe 2 (Senioren K – Z)
11:30 Uhr: U40 Gruppe 3 (Frauen und A-Junioren)
11:50 Uhr: U40 Gruppe 4 (B-Junioren)
12:10 Uhr: U40 Gruppe 5 (C-Junioren)
12:30 Uhr: U40 Gruppe 6 (D-Junioren A u. B)
12:50 Uhr: U40 Gruppe 7 (D-Junioren C – J)
13:10 Uhr: U40 Gruppe 8 (D-Junioren K – R)
13:30 Uhr: U40 Gruppe 9 (D-Junioren S – Z)
13:50 Uhr: U40 Gruppe 10 (E-Junioren A – H & Rest)
14:10 Uhr: U40 Gruppe 11 (E-Junioren I – Z & Rest)

Auf der SR-Sitzung am 08.06. werden wir noch einmal ausführlich auf die KLP eingehen und alle Fragen beantworten.

Nachholtermin (auch für Durchfaller)
Regeltest online: 24.-26.06.2022 (Fr-So)
Lauftest: 25.06.2022 ab 9 Uhr beim SC Goldstein

Alternativ-Termine
Hier könnt ihr eure Laufprüfung ebenfalls absolvieren (bitte beim jeweiligen Lehrwart anmelden):

20.5. um 18 Uhr Kreis Büdingen: wahrscheinlich beim SV Eichelsdorf
25.5. um 18.30 Uhr Kreis Offenbach: Kickers Obertshausen
11.6. Kreis Hochtaunus: Sandelmühle/ Bad Homburg (verschiedene Uhrzeiten: 10.15 Uhr, 11 Uhr, 11.45 Uhr, 12.30 Uhr)
12.6. um 10 Uhr Kreis Büdingen: SV Eichelsdorf

Ausdrücklicher Hinweis:
Wer seine KLP bis zum 1.7. nicht absolviert oder bestanden hat, wird vorläufig bis Saisonende (30.06.2023) für sämtliche Spielleitungen (auch Freundschaftsspiele/Turniere) gesperrt. In besonderen (längerfristigen) Krankheitsfällen oder beruflicher (längerfristiger) Verhinderung kann der Regeltest auf einem der nächsten SR-Lehrabende im Titus-Forum in schriftlicher Form vor Ort nachgeholt werden. Die Laufprüfung kann hingegen letztmalig auf dem nächsten SR-Neulingslehrgang am 11.9. beim SC Goldstein absolviert werden. Wer auf der KLP unentschuldigt fehlt wird lt. HFV-Satzung mit Verwaltungsurteil bestraft und als SR gesperrt. Entschuldigungen gehen ausschließlich an diese eMail: Abwesenheit@schiedsrichter-frankfurt.de

Bereitet euch gut auf die KLP vor damit der neuen Saison (höhere Spesen!!!) nichts im Wege steht. 😉


26.04.2022

Interview mit Claudia Demuth

Schiedsrichterin des Monats April

Die SVF gratuliert der Schiedsrichterin des Monats April: Claudia Demuth! Die Co-Trainerin der Eintracht Juniorinnen hat die

pandemiebedingte Spielpause genutzt, um sich als Schiedsrichterin ausbilden zu lassen. Der Blick von der anderen Seite

hat ihr noch einmal eine ganze neue Wertschätzung für den Sport ermöglicht.

Name: Claudia Demuth

Alter: 46 Jahre

Schiedsrichter seit: 2021

Spielklasse: E-C Jugend

Verein: 1. FFV 97 Oberursel

 

 

 

  1. Wie bist Du zum Schiedsrichtern gekommen?

Durch die Corona Lockdowns gab es nicht viele Möglichkeiten, sich sportlich zu betätigen und auch der Trainings- und Spielbetrieb waren eingestellt. Also habe ich überlegt, wie ich die fußballfreie Zeit überbrücken kann und mich dazu entschlossen, die Schiedsrichter-Ausbildung zu absolvieren. Als Co-Trainerin der Eintracht Juniorinnen wollte ich auch einmal die andere Seite kennenlernen.

 

  1. Was begeistert Dich am Schiedsrichtersport?

Das Miteinander auf dem Platz und dass jedes Spiel die Herausforderung mit sich bringt, es für alle zufriedenstellend zu leiten. Man erhält dadurch noch einmal einen komplett neuen Einblick in den Sport. Als Co-Trainerin und auch als Schiedsrichterin kann ich jetzt deutlich besser die Entscheidungen nachvollziehen die bei den Spielen “gepfiffen” werden. So kann ich für mich selbst auch überlegen, ob ich die Situation genauso gepfiffen oder eine andere Entscheidung getroffen hätte – sprich: Ich kann Situationen für mich selbst reflektieren. Als Schiedsrichter ist man zudem mitten im Geschehen und bekommt somit alles mit.

 

 

  1. Fitness steht ganz oben auf deiner Agenda. Erzähl uns mehr darüber.

Mit 21 Jahren habe ich mit dem Laufen begonnen und bin dann 2003 meinen ersten Marathon gelaufen. Meine Bestzeit liegt bei 3:45h. Da es mir irgendwann zu langweilig wurde, nur zu laufen, habe ich eine neue Herausforderung gesucht. 2005 bin ich dann zum allerersten Mal beim Ironman in Frankfurt gestartet – ohne irgendwelche Triathlon-Vorerfahrungen (3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und zum Schluss ein Marathonlauf). Da mir diese Sportart dermaßen Spaß gemacht hat, bin ich dabeigeblieben und habe heute eine persönliche Bestzeit von 11:58h.

Inzwischen bin ich schon über zehn Marathons gelaufen, diverse Halbmarathons sowie kleine Läufe und habe an 15 Ironmans teilgenommen und sie auch gefinisht (2005-2019). In dieser Zeit habe ich wie ein Profi trainiert und auch diverse Lizenzen erworben. Seit fünf Jahren mache ich nun auch das Athletik-Training der Eintracht Frankfurt Juniorinnen. Davon war ich vier Jahre bei den U15 Juniorinnen und bin seit dieser Saison bei den U13 Juniorinnen. Die wichtigsten Lizenzen, die ich im Fußball erworben habe, sind: C-Trainerschein, Ausgebildete und Zertifizierte Athletiktrainerin im Fußball beim Internationalen Fußballinstitut in Ismaning, Ausgebildeter und Zertifizierter Soccerkinetic-Coach (neurozentriertes Training im Fußball, Ernährungslizenz).

Mein eigenes Training beinhaltet jetzt: Ganzkörperworkout mit Crossfit-Elementen, Lauftraining (lockere sowie Intervall-Läufe) und im Sommer gehe ich auch wieder das ein oder andere Mal Schwimmen oder Radfahren.

 

  1. Unser Hobby ist ein Laufsport. Was machen viele beim Ausdauertraining gerne mal falsch?

Was man häufig sieht ist eine falsche Lauftechnik. Dadurch kann es zu Fehlstellungen oder Schmerzen kommen. Viele laufen auch mit einem viel zu hohen Puls und dadurch auch viel zu schnell. Ausdauerläufe sollten mit einem niedrigen Puls gelaufen werden, der wiederum von Alter und Fitnesszustand abhängt. Die Ausdauerläufe mit niedrigem Puls sind sehr wichtig. Denn nur wenn man bei einer höheren Geschwindigkeit mit einem niedrigen Puls läuft, hat man hinten raus noch genug Energie. Gerade bei intensiven Spielen ist das wichtig, um am Ende nicht völlig erschöpft zu sein. Auch in Bezug auf die Ernährung wird vieles falsch gemacht.

 

 

  1. Wie kann ein Schiri seine Fitness auf einfache Weise verbessern?

Die einfachste Methode ist zwischendurch laufen zu gehen und sich dabei mit jemandem zu unterhalten, dann ist das Tempo genau richtig. Auch Radfahren oder Schwimmen eignen sich bestens, um fitter zu werden. Ebenfalls wichtig: Stabilisationsübungen – auch Stabi genannt – zum Beispiel Unterarmstützen, Seitenstützen, Bauch-, Rücken-, und Rumpf- sowie Beinkrafttraining. Das kann man alles mit seinem eigenen Körpergewicht trainieren und es überall ausüben, ohne in ein Fitnessstudio gehen zu müssen. Also ein Ganzkörper-Workout zur Verletzungsprophylaxe.

 


22.03.2022

Interview mit Robert Kahlbau

Schiedsrichter des Monats März

Die SVF gratuliert dem Schiedsrichter des Monats Februar: Robert Kahlbau! Der 21-Jährige Gruppenliga-Schiedsrichter engagiert sich neben seinen eigenen Spielleitungen fleißig im Lehrstab der Schiedsrichtervereinigung und leistet mit der Betreuung unseres Förderkaders einen wichtigen Beitrag zur Talentförderung im Schiedsrichterwesen.

 

Name: Robert Kahlbau

Alter: 21 Jahre

Schiedsrichter seit: 2014

Spielklasse: Gruppenliga

Verein: SG Eintracht Frankfurt

 

 

 

  1. Wie bist Du zum Schiedsrichtern gekommen?

Unser Verein suchte damals Schiedsrichter für seine E-Jugend-Hallenturniere im Winter und hat daher die Spieler aus der C-Jugend gefragt, ob sie nicht Interesse hätten das Hallenturnier zu pfeifen. Ich und zwei weitere Mannschaftskollegen haben das dann einfach mal ausprobiert. Wir hatten alle drei so viel Spaß daran, dass wir wenige Monate später unseren Schiedsrichterschein im Frühjahr 2014 gemacht haben. Meine Mannschaftskollegen haben das Schiedsrichtern dann jedoch schnell wieder aufgegeben und so bin ich der Einzige aus meiner ehemaligen Mannschaft, der bis heute Schiedsrichter ist.

 

  1. Was begeistert Dich am Schiedsrichtersport?

Mich begeistert vor allem das Miteinander auf und neben dem Platz. Jedes Spiel ist eine Herausforderung, in der man versucht mit 22 unterschiedlichen Charakteren auf dem Platz zurecht zu kommen und das Spiel für alle zufriedenstellend zu leiten. Außerdem bietet die Schiedsrichterei mir die Möglichkeit in Ligen unterwegs zu sein, die ich niemals als Fußballer erreicht hätte. Man bekommt nochmal einen komplett anderen Einblick in den Sport, den man über alles liebt. Als Zuschauer sitzt man passiv am Spielfeldrand und bekommt kaum mit was auf und neben dem Platz passiert. Im Gegensatz dazu bist du als Schiedsrichter mittendrin im Geschehen, bekommst die Emotionen, spielerische Klasse der Spiele und alles, was hinter dem Fußball steckt, mit. Ich kann die Schiedsrichterei also jedem, der ein wenig fußballbekloppt ist, empfehlen. Ist definitiv eine einmalige Erfahrung!

 

  1. Was kann man Deiner Meinung nach von der Schiedsrichtertätigkeit für sein privates und berufliches Leben lernen?

Die Schiedsrichterei ist mit die beste Persönlichkeitsschulung, die es gibt. Man lernt im jungen Alter Konfliktsituationen zu lösen und mit Druck umzugehen. Was mir in der Berufswelt zum Einstieg besonders geholfen hat ist, dass man im Alter zwischen 14-16 schon lernt mit Erwachsenen, die viele Jahre älter als man selbst sind, auf Augenhöhe zu kommunizieren und sich Respekt zu verschaffen. Das sorgt dafür, dass man oft reifer im Kopf ist als Gleichaltrige. Man lernt außerdem sehr gut, Menschen und Charaktere einzuschätzen und flexibel auf überraschende Situationen reagieren zu können. Das sind alles Eigenschaften, die von jedem Arbeitgeber hoch geschätzt werden und die eigentlich kaum eine Tätigkeit wie die Schiedsrichterei so gut schulen kann.

 

  1. Was war dein unvergesslichster Moment auf dem Platz?

Mein erstes Gruppenliga-Spiel. Ich hatte die Ehre als Aufsteiger in die Gruppenliga das Eröffnungsspiel der Gruppenliga Frankfurt Ost an einem Freitagabend zu leiten. Beide Mannschaften waren heiß auf das Spiel, da beide ab Spieltag eins gegen den Abstieg spielten. Dazu um die 400 Zuschauer, zwei super Schiedsrichter-Assistenten mit Marcel Uhl und Hashim Rehman und ein Rasenplatz, der gefühlt auf Profiniveau war. Wir als Schiedsrichterteam waren das ganze Spiel über voll gefordert, mussten viele knifflige Zweikämpfe bewerten und hatten generell viel zu tun. Dazu kamen eine rote Karte und reichlich gelbe Karten, mehrere Rudelbildungen und ein Strafstoß. Zusammengefasst also alles andere als ein ruhiger Einstand. Nach dem Spiel waren alle Spieler inklusive Trainer und Schiedsrichterbeobachter voll zufrieden und wir als Schiedsrichterteam glücklich über die gezeigte Leistung.

 

 

  1. Hast Du Tipps für Neueinsteiger oder Interessierte?

Die Schiedsrichter bringt viele Vorteile mit sich und ist sehr vielseitig. Gerade für Schüler ist sie eine super Möglichkeit sich nebenbei etwas dazu zu verdienen. Während andere im Supermarkt an der Kasse sitzen, kann man sich sportlich betätigen, seinem Hobby nachgehen und dafür außerdem noch ein kleines Taschengeld bekommen. Das ist vermutlich in keinem anderen Hobby möglich. Auf diesem Wege möchte ich außerdem nochmal für die Aufstiegsmöglichkeiten in der Schiedsrichterei werben. Nach nur wenigen Jahren pfeifen viele Schiedsrichter schon höher als sie es jemals als Fußballspieler geschafft hätten. Gerade wer in jungen Jahren anfängt, hat viele Möglichkeiten aufzusteigen und kann es in die Junioren-Bundesliga oder möglicherweise noch höher schaffen. Vor 1,5 Jahren haben wir dafür den sogenannten Förderkader in Frankfurt ins Leben gerufen, der gerade für junge Schiedsrichter und Neulinge spannende Perspektiven eröffnen wird und in dem vielversprechende Talente gezielt gefördert und in ihrer Entwicklung begleitet werden.

 


24.02.2022

Interview mit Arun Singh Ghotra

Schiedsrichter des Monats Februar

Die SVF gratuliert dem Schiedsrichter des Monats Februar: Arun Singh Ghotra! Der 17-Jährige ist Mitglied unseres Förderkaders und pfeift aktuell für die SpVgg.Kickers Ffm. Dank seiner guten Leistungen durfte er vergangenes Wochenende sein erstes Spiel im Kreispokal leiten.

 

Name: Arun Singh Ghotra

Alter: 17 Jahre

Schiedsrichter seit: Januar 2019 (3 Jahre, 1 Monat)

Spielklasse: Herren Kreisliga B, Assistent Gruppenliga

Verein: SpVgg. Kickers-Ffm

 

 

 

  1. Wie bist Du zum Schiedsrichtern gekommen?

Unser Verein hatte einen Mangel an Schiedsrichtern, weshalb man mich als Spieler gefragt hat, ob ich mir vorstellen könnte, Schiedsrichter zu werden. Ich habe den Lehrgang dann eher aus Interesse mit ein paar Freunden besucht. Am Ende habe ich als einziger die Prüfungen bestanden und wurde so Schiedsrichter.

 

  1. Was begeistert Dich am Schiedsrichtersport?

Die Perspektive auf das Spiel und die Emotionen. Jedes Spiel ist immer wieder auf eine neue Art und Weise interessant. Jede Mannschaft hat individuelle Spieler und Taktiken. Deswegen ist man immer neu gefragt, Leistung zu zeigen. Dazu kommen die Zuschauer, die oft für einen besonderen Nervenkitzel sorgen. Sie bringen Emotionen ins Spiel und heizen die Spieler an. Das führt zu hitzigen, aber auch anspruchsvollen Spielen.

Die Spiele sind spannend und die Mannschaften kämpfen um jeden Punkt – immerhin entscheidet das über Aufstieg bzw. Abstieg. Wenn man nach dem Spiel für seine Leistung gelobt wird, macht das echt glücklich. Natürlich gibt es ab und zu auch Kritik von den Zuschauern und den Spielern, aber das gehört zum Sport. Am Ende des des Tages ist man stolz auf sich selbst.

Wichtig ist es, aus seinen Fehlern zu lernen und sich von Spiel zu Spiel zu verbessern. Nur so kann man im Schiedsrichtersport weiterkommen. Deswegen gehe ich mit mir selbst sehr selbstkritisch um. Nach den Spielen wird man versorgt und kriegt etwas zu trinken und zu essen und man quatscht ab und zu mit den Spielern. Wenn man im Schiedsrichtergespann unterwegs ist, unterhält man sich über das Spiel oder über private Dinge. Diese Aspekte machen die Schiedsrichterei insgesamt echt cool und interessant.

 

  1. Was kann man Deiner Meinung nach von der Schiedsrichtertätigkeit für sein privates und berufliches Leben lernen?

Gute Frage. Meiner Meinung nach wird man mental stärker. Man ist als Schiedsrichter wirklich gefordert. Es gibt viele hitzige, knappe und schnelle Situation, in denen man als Schiedsrichter eine Entscheidung treffen muss. Deswegen ist es wichtig, fokussiert zu sein. Die dauerhafte Konzentration über 90 Minuten stärkt deine mentale Ausdauer. Man wirkt professioneller, wenn man in glimpflichen Situationen die Ruhe behält. Man lernt ruhiger und konzentrierter zu werden, damit man die richtige Spielfortsetzung treffen kann. Im Leben kann man das gut anwenden, indem man bei schwierigen Aufgaben die Ruhe bewahrt, um dann die richtige Entscheidung zu treffen. Für die Psyche ist es ein gutes Training, fit zu bleiben. Man wird auch selbstbewusster in seinen Entscheidungen, man fühlt sich gesünder und wohler. Bei Präsentationen in der Schule war ich zum Beispiel immer sehr aufgeregt, aber mittlerweile bin ich viel selbstbewusster und sehe die Präsentation nicht mehr als Hindernis und habe Spaß daran.

 

  1. Was war dein unvergesslichster Moment auf dem Platz?

Es ist schwer, einen bestimmten Moment zu benennen. Ich finde, jedes Spiel ist ein „Moment“, den man genießen muss. Spaß am Spiel zu haben ist am wichtigsten! Es gab mal ein Gruppenliga-Spiel, bei dem ein Bundesliga-Schiedsrichter unter den Zuschauern war. Nach dem Spiel hat er sich mit uns unterhalten und uns noch einige Tipps mit auf den Weg gegeben. Das war echt interessant.

 

 

  1. Hast Du Tipps für Neueinsteiger oder Interessierte?

Viele haben nur die Sicht eines Zuschauers oder eines Spielers. Ich persönlich habe vor meiner Zeit als Schiedsrichter knapp 6 Jahre Fußball gespielt und mich selbst ab und zu über den Schiedsrichter beschwert. Aber habt Ihr schon mal ein Spiel aus einer neutralen Perspektive betrachtet? Wahrscheinlich noch nicht. Die Schiedsrichterei ermöglicht Euch eine neutrale Perspektive auf das Spiel. Das Schiedsrichtersein hat viele Vorteile. Man kann kostenlos die Spiele der Eintracht gucken und die Mannschaft im Stadion unterstützen. Man stärkt die eigene Psyche und man fühlt sich selbstbewusster und gesünder durch den Sport an der frischen Luft. Und man lernt viele neue Leute kennen. Schiedsrichter zu werden ist ein guter Schritt, um sich persönlich weiterzuentwickeln. Also kommt zu uns in die Familie!

 


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