Interview mit Helga Altvater

27.09.2022

Interview mit Helga Altvater

Schiedsrichterin des Monats September

Unsere Schiedsrichterin des Monats August ist Helga Altvater.

Helga ist eine wahre Schiedsrichter-Pionierin. 1971 war sie die erste Schiedsrichterin in Frankfurt und eine der ersten in Hessen und Deutschland! Noch immer ist die stärkere Einbindung von Frauen im Fußball und Schiedsrichtersport ein Herzensthema für sie.

 

Im Buch „50 Jahre Frauenfußball in Hessen“ gehst du auch auf die Schiedsrichterei ein. Du bist die erste Schiedsrichterin aus Frankfurt und eine der ersten in Hessen und Deutschland. Was hat dich damals dazu motiviert diesen „Job“ zu machen?

Schon Anfang der 70er Jahre bin ich gerne mit meinem Vater ins Waldstadion gegangen und habe mich für den (Männer-)Fußball begeistert. Parallel habe ich meine Ausbildung begonnen. Doch die Jungs in meiner Ausbildungsabteilung wollten sich montags nicht mit mir über Fußball unterhalten. Dann fiel mir eine kleine Anzeige in einer Zeitung ins Auge: „Schiedsrichter gesucht. Bitte zum nächsten Lehrgang anmelden“. Gesagt, getan! Nach bestandenem Lehrgang wollte ich dann eigentlich nicht nur pfeifen, sondern den Jungs in der Ausbildungsabteilung auch zeigen, dass ich Ahnung von Fußball habe. Doch ich ließ mich überreden und unternahm schließlich bei der E-Jugend mit Unterstützung eines erfahrenen Schiedsrichter-Paten meine ersten Schritte mit der Pfeife. Der Frauenfußball befand sich zu diesem Zeitpunkt erst in der Entwicklung und spielte noch keine Rolle.

Wenn du heute einem Fußballspiel zuschaust, guckst du dabei mehr den Spielern oder dem Schiedsrichter bzw. der Schiedsrichterin zu?

Zunächst einmal freue ich mich über die enorme Entwicklung des Frauenfußballs. Er ist schnell und technisch hervorragend und es ist eine große Freude, dabei zuzuschauen. Natürlich blicke ich beim Betrachten eines Spiels auch auf die schiedsrichterlichen Leistungen. Die Schiedsrichterinnen werden seit Jahren auf allen Ebenen eingesetzt und ihre Leistungen sind auf hohem Niveau.

 

Warum gibt es bis heute noch immer nur sehr wenige weibliche Schiedsrichter? Was sind deiner Meinung nach die Gründe?

Ich denke, das ist ein allgemein gesellschaftliches Problem. Viele wollen nicht mehr regelmäßig eingebunden sein. Dazu die Beschimpfungen und eventuell auch direkte Angriffe, die immer wieder öffentlich werden. Man sollte mehr öffentlich darstellen, wie positiv es ist, das Schiedsrichter-Hobby mit den Kameradinnen und Kameraden auszuüben. Auch die intensive Betreuung durch Patinnen sollte hervorgehoben werden.

 

Erst kürzlich wurdest du für 50+1 Jahre Mitgliedschaft in unserer Schiedsrichtervereinigung auf unserem nachgeholten Ehrungsabend geehrt. Was kannst du uns bezüglich der Gewinnung sowie der Aus- und Fortbildung von Schiedsrichterinnen mit auf den Weg geben?

Man sollte verstärkt Erfolgsgeschichten von Schiedsrichterinnen in den sozialen Medien veröffentlichen und zudem Einladungen zu Sitzungen sowie speziell zu weiblichen Lehrgängen aussprechen. Auch gilt es, internationale Schiedsrichterinnen aus anderen Ländern einzuladen, zum Beispiel wenn sie gerade in der Nähe ein Spiel leiten. Man könnte auch einmal erfolgreiche Spielerinnen dazu befragen, wie es von ihrer Warte betrachtet aussieht. Oder Spielerinnen, die an ihrem Karriereende stehen, für die Schiedsrichterausbildung begeistern. Last but not least sollte man auch in die Frauenvereine gehen und für die Schiedsrichterei werben.

Auf einem sehr guten Weg ist meiner Meinung nach der HFV damit, Claudia Vanheiden im Verbandsschiedsrichterausschuss in die Position der Beisitzerin für den Schiedsrichterinnenbereich zu berufen. Eine intensive Zusammenarbeit und persönliche Treffen mit allen Beteiligten scheinen mir sehr wichtig für den Erfolg.

 

Wie hat sich der Frauenfußball in den vergangenen 50 Jahren entwickelt und auf was müssen sich Frauen in Zukunft noch einstellen?

Der Frauenfußball hat natürlich unglaubliche Fortschritte gemacht. Vor über 50 Jahren mussten alle bei Null anfangen. Verfolgt man allerdings die Erfolge im Einzelnen, dann haben sie zum Teil Jahre oder Jahrzehnte gedauert. Erst nach über 20 Jahren wurde ich in den Vorstand des HFV gewählt, um den Frauenfußball zu vertreten. Über 50 Jahre hat es gedauert, bis Hessen mit Prof. Dr. Silke Sinning eine DFB-Vizepräsidentin hat. Es sollte zukünftig doch schneller gehen, dass sich die Frauen in wichtigen Positionen etablieren. Natürlich müssen Frauen auch den Mut haben sich dafür zu entscheiden und es intensiv für sich einfordern.

 

Was hältst du von gemischten Mannschaften, also Frauen und Männern in einem Team?

Über die Jugend hinaus würde ich es nicht befürworten.

Wenn du noch eine spannende Erfahrung zum Abschluss hast oder dir etwas auf der Seele brennt, dann her damit…

Für mich war die Entscheidung Schiedsrichterin zu werden und ins Ehrenamt zu gehen wichtig für mein ganzes Leben und ich habe viel gelernt: schnelle Entscheidungen treffen, sich fortbilden, Kameradschaft pflegen, sich in Gremien durchsetzen und vieles mehr. Ich blicke auf so viele Erlebnisse in meiner aktiven Zeit zurück und habe unglaublich viele interessante Menschen getroffen, wie ich es im „normalen“ Leben nicht hätte verwirklichen können.

 

 

Das Buch „50 Jahre Frauenfußball in Hessen“ kann unter diesem Link beim HFV bestellt werden: https://www.hfv-online.de/

 


12.09.2022

Schiedsrichter des Jahres 2022 ausgezeichnet

Wie in jedem Jahr haben wir auf unserem Lehrabend am 08. September unsere Schiedsrichter des Jahres ausgezeichnet.

Wir gratulieren Ian Plenderleith (Senioren) sowie Pascal Braune (Junioren).

Den Titel des Regelkönigs sicherte sich in der vergangenen Saison unser Gruppenliga-Aufsteiger Simeon Thomm.

 


Einladung zur Hauptversammlung

Sehr geehrte Mitglieder,

Hiermit laden wir Dich zur

Hauptversammlung des Freundeskreis der Frankfurter Schiedsrichter e.V.

                            am Mittwoch, den 05.10.2022 um 18:30 Uhr                         

                   im Titus-Forum Nord-West-Zentrum im „kleinen Saal

sehr herzlich ein.

Tagesordnung

  1. Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden – Totenehrung – Verlesung des Protokolls der Mitgliederversammlung 2022 – Genehmigung der Tagesordnung
  1. Bericht des 1. Vorsitzenden, des Schatzmeisters und der Revisoren
  2. Aussprache zu den Berichten
  3. Wahl einer Wahlleiterin/eines Wahlleiters
  4. Entlastung des Vorstandes
  5. Wahl des 1. Vorsitzenden
  6. Wahl des 2. Vorsitzenden
  7. Wahl des Schatzmeisters
  8. Anträge und Verschiedenes

 

Wichtiger Hinweis:

 

Auf Grund der aktuellen Corona Lage kann es eventuell zu Änderungen/  Beschränkungen beim Versammlung kommen.

Hierzu werden wir rechtzeitig per Mail informieren.

 

Mit sportlichen Grüßen

gez. Thomas Günther       gez. Mathias Lippert        gez. Horst Bletz

  1. Vorsitzender        2. Vorsitzender                  Schatzmeister

 

Anträge zur Tagesordnung müssen mindestens 2 Wochen vor der Versammlung bei dem Vorstand eingereicht sein, um in die Tagesordnung aufgenommen werden zu können. Später eingehende Anträge dürfen; soweit sie nicht Abänderungs- oder Gegenanträge zu einem bereits vorliegenden Antrag sind, nur als Dinglichkeitsanträge behandelt werden.

Ein Dringlichkeitsantrag kann nur dann behandelt werden, wenn zuvor mindestens 2/3 der anwesenden Mitglieder die Zulassung dieses Antrags beschließen.

 

 


05.09.2022

Interview mit Ayhan Ütüler

Schiedsrichter des Monats August

Unser Schiedsrichter des Monats August ist Ayhan Ütüler von Türkgücü Frankfurt.

Ayhan ist das beste Beispiel für unser Motto „Lernen fürs Leben“. Mit 52 Jahren entschloss er sich spontan an unserem Neulingslehrgang teilzunehmen, um seinen Verein Türkgücü Frankfurt zu unterstützen – der hatte zu diesem Zeitpunkt nämlich nur einen einzigen Unparteiischen.

Name: Ayhan Ütüler

Alter: 60 Jahre

Schiedsrichter seit: 2014

Spielklasse: Kreisliga A

Verein: Türkgücü Frankfurt

 

 

1. Wie bist Du zum Schiedsrichtern gekommen?

Im Jahr 2014 hatte der Verein Türkgücü Frankfurt nur einen Schiedsrichter und suchte daher dringend nach weiteren Unparteiischen. Deshalb habe ich mich spontan dazu entschlossen, im April einen Neulingslehrgang zu absolvieren und als Schiedsrichter anzufangen.

 

2. Was begeistert Dich am Schiedsrichtersport?

Am meisten begeistern mich der Kontakt sowie der Austausch zwischen den Spielern und den Trainern. Mittlerweile hat der Verein auch viele neue Schiedsrichter*innen gewinnen können und ich habe seit meinem Start damals viele nette Kolleg*innen kennengelernt.

 

3. Was kann man Deiner Meinung nach von der Schiedsrichtertätigkeit für sein privates und berufliches Leben lernen?

Von Anfang an war es mir besonders wichtig immer ein faires und diszipliniertes Spiel zu pfeifen. Diese Einstellung habe ich auch mit in meinen Beruf genommen, wo ich seitdem ebenfalls mehr Disziplin an den Tag lege. Ich bin immer noch sehr gerne Schiedsrichter und das liegt, wie bereits erwähnt, hauptsächlich an dem Kontakt und dem Dialog zwischen den Spielern und den Trainern.

 

4. Was war dein unvergesslichster Moment auf dem Platz?

In der letzten Saison beim Spiel Türkgücü gegen Saz Rock war ich eigentlich nur als Zuschauer vor Ort, doch da der Schiedsrichter für die Partie nicht erschienen ist, bin ich kurzfristig eingesprungen und musste das Spiel pfeifen. Das war mein erstes Kreisoberliga-Spiel überhaupt und allein deshalb schon eine unvergessliche Erfahrung!

 

5. Hast Du Tipps für Neueinsteiger oder Interessierte?

Das Wichtigste ist, den Dialog mit den Spielern stets aufrecht zu halten, zu seinen Entscheidungen zu stehen und sie durchzusetzen. Natürlich sollte man als Schiedsrichter auch immer auf ein faires und diszipliniertes Spiel achtgeben. Und oft unterschätzt, aber trotzdem wichtig: Auch pünktlich zum Spiel zu erscheinen oder rechtzeitig abzusagen erleichtert den Spielablauf und verbessert das Miteinander unter den Kolleg*innen 😉.

 


30.08.2022

Jährlicher Ehrungsabend

In der vergangenen Woche haben wir den im letzten Jahr Corona-bedingt ausgefallenen Ehrungsabend für das Jahr 2021 durchgeführt.

Dabei wurden unsere langjährigen Mitglieder geehrt.

 

 

 

Die Schiedsrichtervereinigung Frankfurt sowie der Freundeskreis Frankfurter Schiedsrichter e.V. bedanken sich für ihr langjähriges Engagement bei:

Sandro Barolo (25 Jahre)

Patrick Nied (25 Jahre)

Ercan Basaran (25 Jahre)

Mathias Lippert (30 Jahre)

Gianfranco Satta (30 Jahre)

Zvko Trpcevski (35 Jahre)

Knut Christoph (40 Jahre)

Winfried Lang (40 Jahre)

Hartmut Sauter (40 Jahre)

Ludwig Brönner (45 Jahre)

Karl-Heinz Spoerck (45 Jahre)

Helga Altvater (50 Jahre)


13.07.2022

Anmeldung zum Neulingslehrgang freigeschaltet

Vom 11. September bis zum 24. September findet unser zweiter Schiedsrichter-Neulingslehrgang in diesem Jahr statt.

Die Teilnahme ist möglich für alle Fußballinteressierten ab 14 Jahren.

Der Lehrgang beinhaltet eine Fitnessprüfung sowie einen Regeltest, die bestanden werden müssen.

Wie gewohnt findet der Lehrgang auf dem Vereinsgelände des SC Goldstein statt.

Alle weiteren Infos sowie die Anmeldung findet ihr ab sofort unter diesem Link: www.dfbnet.org

 


05.07.2022

Interview mit Marc May

Schiedsrichter des Monats Juni

Unser Schiedsrichter des Monats Juni ist Marc May vom BSC SW 19 Frankfurt.

Marc war zehn Jahre lang Lehrwart der SVF und hat in dieser Zeit viele unserer Talente gefördert und weitergebildet. Während seiner langen Laufbahn hat er außerdem so einige Änderungen und Entwicklungen im Schiedsrichtersport miterlebt – vor und hinter den Kulissen!

Name: Marc May

Alter: 35 Jahre

Schiedsrichter seit: 2003

Lehrwart von / bis: 2012 – 2022

Spielklasse: Kreisoberliga (höchste: als SR Gruppenliga, als SRA Hessenliga)

Verein: BSC Schwarz-Weiß 19 Frankfurt

 

 

  1. Wie bist Du zum Schiedsrichtern gekommen?

1994 habe ich fast alle Spiele der Weltmeisterschaft bei einem Freund mit dessen Familie und ein paar Freunden in der Garage gesehen und fand hierbei mit jedem Spiel die Schiedsrichter und ihre Aufgaben spannender. Eigentlich wurde hier schon meine Begeisterung für das Amt als Schiedsrichter geweckt. Kurz danach habe ich mir von meinen Eltern ein Regelheft gewünscht und es mir mehrfach genau durchgelesen, bevor ich dann in der Schule anfing, in den Pausen bei den Fußballspielen zwischen den Schulklassen selbst als Schiedsrichter erste Erfahrungen zu sammeln.

Ein Jahr später bin ich dann das erste Mal mit ein paar Freunden zum Fußballtraining gegangen und habe dort den Trainer gefragt, wie ich Schiedsrichter werden kann. Er hat mir gesagt, dass ich dafür zu jung bin und ob ich nicht auch selbst spielen will. So bin ich dann als Spieler in den Verein gekommen, habe aber jedes Jahr im Sommer wieder nachgefragt, bis ich dann mit 16 Jahren endlich zu einem Lehrgang angemeldet wurde.

 

  1. Was begeistert Dich am Schiedsrichtersport?

Ich hatte schon immer ein ziemlich ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden und fand es von Anfang an spannend, auf dem Platz gewissermaßen die Fairness zu überwachen. Besonders reizvoll finde ich auch die Kombination, sich gleichzeitig körperlich und geistig zu fordern, da sich jede noch so kleine Unachtsamkeit als Schiedsrichter möglicherweise entscheidend auf ein Spiel auswirken kann.

 

  1. Was war Dein unvergesslichster Moment auf dem Platz?

Positiv: Da gab es so einige besondere Momente und es ist schwer, einen gesondert herauszustellen… Den größten Eindruck hinterlassen hat bei mir allerdings ein Spiel in der Kreisliga Aschaffenburg hinterlassen, bei dem es im Derby kurz vor Saisonende noch um den Aufstieg ging und fast 1.000 Zuschauer am Sportplatz waren. Wie die Stimmung beim Ausgleich der Gäste kurz vor Schluss war, kann man sich ja denken. 😉

 

Negativ: Kurz gesagt: Ein Spiel, dass ich abbrechen musste, weil ein Spieler nach einer roten Karte wegen Beleidigung auf mich losgegangen ist und sich auch nicht von den Spielern seiner eigenen Mannschaft zurückhalten ließ.

 

  1. Was war deine Motivation, Dich für die Ausbildung zum Lehrwart anzumelden?

Zunächst mal vorweg: Es gibt keine wirkliche Ausbildung zum Lehrwart.

Ich hatte mich schon vorher in der Lehrarbeit engagiert und beispielsweise die monatlichen Regeltests teilweise entworfen und im Anschluss auch ausgewertet. Dann kam unser damaliger Kreisschiedsrichterobmann Mathias Lippert bei der Kreisleistungsprüfung 2011 auf mich zu und hat gefragt, ob ich es mir vorstellen könnte, das Amt von meinem Vorgänger Jörg Kauer zu übernehmen.

Ich konnte mir das damals zwar schon vorstellen, war mir aber nicht sicher, ob ich dem Amt gewachsen bin. Aber man wächst ja bekanntlich an seinen Aufgaben. Auch habe ich darin eine gute Gelegenheit gesehen, in der Vereinigung etwas mit aufbauen und eigene Ideen einbringen zu können.

Dann wurde ich 2012 in das Amt gewählt und wollte es von Anfang an so gut wie möglich ausfüllen. Hierzu habe ich jede angebotene Möglichkeit zur Weiterbildung genutzt und die damals neu eingeführte Lizensierung über mehrere Module durchlaufen. Mein Ziel war hierbei immer, mich bestmöglich weiterzuentwickeln.

 

  1. Wie hat die Tätigkeit als Lehrwart Deine Sicht auf den Sport verändert bzw. erweitert?

Als Lehrwart habe ich erkannt, wie wichtig es ist, sich immer auf dem aktuellen Stand der Regeln zu halten: Während meiner Tätigkeit gab es einige tiefergreifende Regeländerungen und Anpassungen an der Auslegung einiger Regeln. Leider erreichen viele dieser Änderungen nicht die Trainer oder Spieler aller Mannschaften, wodurch es immer wieder zu unnötigen Diskussionen auf den Sportplätzen kommt.

 

6. Was sind die größten Veränderungen in der Schiedsrichteraus- und weiterbildung, die Du während Deiner Laufbahn miterlebt hast?

Von den zahlreichen Regeländerungen mal abgesehen geht der Fokus in der Schiedsrichterweiterbildung immer stärker auf jüngere Talente. Alles in allem wird das gesamte Schiedsrichterwesen im Leistungsbereich ab der Gruppenliga immer professioneller und die Ansprüche an die körperliche und geistige Fitness steigen.

 

7. Auf welchen Lehrgang, welches Trainingsprogramm, das Du erstellt hast, bist Du besonders stolz?

Auf die gemeinsam mit dem Hochtaunuskreis organisierten Trainingslager mit unseren kreisinternen Förderkader-Schiedsrichtern. Es war ein ziemlicher Aufwand, das entsprechende Programm vorzubereiten. Aber das, was am Ende dabei rausgekommen ist und vor allem wie alle Teilnehmer mitgezogen haben, hat mich tatsächlich beeindruckt.

Wir haben hierbei eine Art Olympiade aus mehreren Disziplinen organisiert, mit einer guten Mischung von Theorie und Praxis. Die Teilnehmer traten in zufällig zusammengestellten Vierer-Teams an.

 

8. Hat die Tätigkeit als Lehrwart sich auf Deinen Stil als Schiedsrichter ausgewirkt?

Da ich an mich selbst den Anspruch stelle, mit gutem Beispiel voranzugehen, bin ich nach meiner Einschätzung etwas kleinlicher bzw. strenger in der Regelauslegung geworden. Oder anders gesagt: Ich habe weniger Argumente für den Spieler gesucht oder gelten lassen, um die regelkonformen Strafen abzumildern.

 

9. Was möchtest Du als “alter Hase” unseren Nachwuchs-Schiedsrichtern mit auf den Weg geben?

Hinterfragt euch immer wieder selbst, jedes Spiel bietet die Chance, etwas zu lernen. Es ist in Ordnung auch mal Fehler zu machen. Wenn man solche Fehler selbst erkennt oder konstruktiv darauf hingewiesen wird, sollte man daraus etwas für die Zukunft mitnehmen. Nehmt vor allem die Hinweise von erfahrenen Kollegen ernst, ohne euch dadurch persönlich angegriffen zu fühlen; die meisten meinen es gut mit euch

 

 

 


02.06.2022

Interview mit David Schmidt

Schiedsrichter des Monats Mai

Unser Schiedsrichter des Monats Mai ist David Schmidt vom FC Union Niederrad. David gehört seit seinem Umzug nach Frankfurt im Sommer 2019 unserer Schiedsrichtervereinigung an und war vorher bereits in seinem alten Landesverband Südbaden aktiv. Seitdem ist er als Schiedsrichter in der Hessenliga aktiv, ist sich aber nicht zu schade, Spielleitungen in der Kreisoberliga Frankfurt zu übernehmen. Ebenso ist David sehr aktiv in die Förderung unserer talentierten Nachwuchs-Schiedsrichter eingebunden und auch immer bereit, ein Referat auf dem Lehrabend zu halten. Er ist somit nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz ein absoluter Gewinn für unsere Vereinigung.

Seine Pfeife wird so schnell allerdings nicht mehr auf Hessens Fußballplätzen zu hören sein, denn David, der beruflich in der Schiedsrichterabteilung des DFB arbeitet, wird in der kommenden Saison eine berufliche Auszeit einlegen.

Wir haben ihn daher bei seiner vorerst letzten Hessenliga-Begegnung Hünfelder SV – Viktoria Griesheim begleitet und einige Impressionen mitgebracht.

Name: David Schmidt

Alter: 33 Jahre

Schiedsrichter seit: 2006

Spielklasse: Hessenliga

Verein: FC Union Niederrad 07

 

 

  1. Wie bist Du zum Schiedsrichtern gekommen?

Bei einem Schulturnier 2006 ist ein Schiri ausgefallen. Daraufhin bat mich der Sportlehrer das Turnier zu Ende zu pfeifen. Das habe ich dann auch getan. Ich bekam zu meiner Überraschung anschließend sehr viel Lob von den Mannschaften. Also habe ich im Verein mal mit meinem damaligen Jugendleiter gesprochen, der selbst Schiri war. Er meinte, dass in wenigen Wochen ein Lehrgang stattfindet und hat mich dann gleich angemeldet!

 

  1. Was begeistert Dich am Schiedsrichtersport?

Das Entscheiden! Man kann sich nicht verstecken, man muss führen und entscheiden. Das ist eine wunderbare Lebensschule!

 

David mit seinen Assistenten Katrin Rafalski und Christian Steib

 

  1. Welches sind die größten Veränderungen im Schiedsrichtersport, die Du während Deiner Laufbahn miterlebt hast?

Im Schiedsrichterwesen insgesamt zählt für mich ganz klar die Einführung des VAR dazu! Die Möglichkeit, klare Fehler mithilfe der Technik korrigieren zu können, z.B. bei sehr knappen Abseitstoren, nimmt sehr viel Druck von den Schiris.

Auf unserer Ebene im Amateursport wiederum ist die Wiedereinführung der Zeitstrafe ein interessanter Aspekt. Vielleicht gelingt es damit, etwas mehr Ruhe aufs Feld zu bekommen.

 

 

  1. Was war Dein unvergesslichster Moment auf dem Platz?

Es ist jetzt über 16 Jahre her, aber ich denke tatsächlich immer noch an mein allererstes Spiel als offizieller Schiri zurück. Das erste Mal zwei Mannschaften aufs Feld führen zu dürfen war für mich ein total prägendes Erlebnis, an das ich mich – wie gesagt – bis heute bestens erinnere.

 

  1. Welches war das beste Spiel, das Du je gepfiffen hast?

Auch das ist sehr schnell beantwortet: das SBFV-Pokalfinale 2019 zwischen dem FC 08 Villingen und Rielasingen/Arlen. Das Endspiel eines Verbandspokals leiten zu dürfen, ist für uns Amateur-Schiris sicherlich die größte Auszeichnung, die man erhalten kann! Ein herrliches Spiel in herrlichem Rahmen, live in der ARD. Und am Ende das größte Lob, das man als Schiri bekommen kann: Niemand redete über die Unparteiischen!

 

 

6. Was war Dein größter Lernmoment auf dem Spielfeld?

Da gibt es in meiner langen Zeit als Schiri (leider) so einige. Gerade als Assistent konnte ich sehr viel bei erfahrenen Schiris abschauen. Aus seinen Fehlern zu lernen ist aber auch eine große Kunst. Einerseits darf man sie nicht schmälern, andererseits sollte man aber auch nicht zu hart mit sich selbst ins Gericht gehen. Denn: Niemand macht Fehler absichtlich, aber niemand sollte Fehler fahrlässig machen.

 

7. Was möchtest Du als “alter Hase” unseren Nachwuchs-Schiedsrichtern mit auf den Weg geben?

„Geduld ist die Tugend der Könige.“ So lautet ein sehr altes und sehr zutreffendes Sprichwort!

Im Schiri-Leben geht nicht immer alles von heute auf morgen. Ein guter Schiri reift über die Jahre. Die drei Grundpfeiler für eine optimale Entwicklung sind dabei immer dieselben: Fitness, Regelkenntnis und Praxis! Viel pfeifen, viel winken. Erfahrungen sammeln, seine Leistungen kritisch analysieren und geduldig einen Schritt nach dem anderen machen

 

 


15.05.2022

Infos zur Kreisleistungsprüfung 2022

 

Regeltest
Vom 10.-12.06.2022 (Fr-So) muss der Regeltest auf dem Regelfragen-Portal (https://fragen.sr-region-frankfurt.de) online bearbeitet werden. Ihr habt drei Tage Zeit dafür. Wer dort noch nicht registriert ist, sollte sich mit seinem vollständigen und korrekten Vor- und Nachnamen für den Kreis Frankfurt anmelden. Es wird wieder einen Junioren- und Seniorentest geben. Bitte lediglich den Regeltest aus eurer höchsten Spielklasse bearbeiten. Der Regeltest ist mit mind. 25 Punkten bestanden. Als Lern-Grundlage gelten alle Frankfurter Regeltests aus dieser Saison.

 

 

 

 

Laufprüfung
Der obligatorische Lauftest findet am 11.6. (Sa) von 9 bis 14 Uhr auf dem Kunstrasenplatz des SC Goldstein statt. Es wird wieder in unterschiedlichen Gruppen (Alter/Spielklasse) gelaufen.

 

 

 

Zeitplan:
Uhrzeit/Alter/Spielklasse
09:00 Uhr: alle Ü60-Schiris
09:20 Uhr: 40 – 60 Junioren
09:40 Uhr: 40 – 60 Senioren
10:00 Uhr: alle KOL+SRA
10:30 Uhr: U40 Gruppe 1 (Senioren A – J)
11:00 Uhr: U40 Gruppe 2 (Senioren K – Z)
11:30 Uhr: U40 Gruppe 3 (Frauen und A-Junioren)
11:50 Uhr: U40 Gruppe 4 (B-Junioren)
12:10 Uhr: U40 Gruppe 5 (C-Junioren)
12:30 Uhr: U40 Gruppe 6 (D-Junioren A u. B)
12:50 Uhr: U40 Gruppe 7 (D-Junioren C – J)
13:10 Uhr: U40 Gruppe 8 (D-Junioren K – R)
13:30 Uhr: U40 Gruppe 9 (D-Junioren S – Z)
13:50 Uhr: U40 Gruppe 10 (E-Junioren A – H & Rest)
14:10 Uhr: U40 Gruppe 11 (E-Junioren I – Z & Rest)

Auf der SR-Sitzung am 08.06. werden wir noch einmal ausführlich auf die KLP eingehen und alle Fragen beantworten.

Nachholtermin (auch für Durchfaller)
Regeltest online: 24.-26.06.2022 (Fr-So)
Lauftest: 25.06.2022 ab 9 Uhr beim SC Goldstein

Alternativ-Termine
Hier könnt ihr eure Laufprüfung ebenfalls absolvieren (bitte beim jeweiligen Lehrwart anmelden):

20.5. um 18 Uhr Kreis Büdingen: wahrscheinlich beim SV Eichelsdorf
25.5. um 18.30 Uhr Kreis Offenbach: Kickers Obertshausen
11.6. Kreis Hochtaunus: Sandelmühle/ Bad Homburg (verschiedene Uhrzeiten: 10.15 Uhr, 11 Uhr, 11.45 Uhr, 12.30 Uhr)
12.6. um 10 Uhr Kreis Büdingen: SV Eichelsdorf

Ausdrücklicher Hinweis:
Wer seine KLP bis zum 1.7. nicht absolviert oder bestanden hat, wird vorläufig bis Saisonende (30.06.2023) für sämtliche Spielleitungen (auch Freundschaftsspiele/Turniere) gesperrt. In besonderen (längerfristigen) Krankheitsfällen oder beruflicher (längerfristiger) Verhinderung kann der Regeltest auf einem der nächsten SR-Lehrabende im Titus-Forum in schriftlicher Form vor Ort nachgeholt werden. Die Laufprüfung kann hingegen letztmalig auf dem nächsten SR-Neulingslehrgang am 11.9. beim SC Goldstein absolviert werden. Wer auf der KLP unentschuldigt fehlt wird lt. HFV-Satzung mit Verwaltungsurteil bestraft und als SR gesperrt. Entschuldigungen gehen ausschließlich an diese eMail: Abwesenheit@schiedsrichter-frankfurt.de

Bereitet euch gut auf die KLP vor damit der neuen Saison (höhere Spesen!!!) nichts im Wege steht. 😉


26.04.2022

Interview mit Claudia Demuth

Schiedsrichterin des Monats April

Die SVF gratuliert der Schiedsrichterin des Monats April: Claudia Demuth! Die Co-Trainerin der Eintracht Juniorinnen hat die

pandemiebedingte Spielpause genutzt, um sich als Schiedsrichterin ausbilden zu lassen. Der Blick von der anderen Seite

hat ihr noch einmal eine ganze neue Wertschätzung für den Sport ermöglicht.

Name: Claudia Demuth

Alter: 46 Jahre

Schiedsrichter seit: 2021

Spielklasse: E-C Jugend

Verein: 1. FFV 97 Oberursel

 

 

 

  1. Wie bist Du zum Schiedsrichtern gekommen?

Durch die Corona Lockdowns gab es nicht viele Möglichkeiten, sich sportlich zu betätigen und auch der Trainings- und Spielbetrieb waren eingestellt. Also habe ich überlegt, wie ich die fußballfreie Zeit überbrücken kann und mich dazu entschlossen, die Schiedsrichter-Ausbildung zu absolvieren. Als Co-Trainerin der Eintracht Juniorinnen wollte ich auch einmal die andere Seite kennenlernen.

 

  1. Was begeistert Dich am Schiedsrichtersport?

Das Miteinander auf dem Platz und dass jedes Spiel die Herausforderung mit sich bringt, es für alle zufriedenstellend zu leiten. Man erhält dadurch noch einmal einen komplett neuen Einblick in den Sport. Als Co-Trainerin und auch als Schiedsrichterin kann ich jetzt deutlich besser die Entscheidungen nachvollziehen die bei den Spielen “gepfiffen” werden. So kann ich für mich selbst auch überlegen, ob ich die Situation genauso gepfiffen oder eine andere Entscheidung getroffen hätte – sprich: Ich kann Situationen für mich selbst reflektieren. Als Schiedsrichter ist man zudem mitten im Geschehen und bekommt somit alles mit.

 

 

  1. Fitness steht ganz oben auf deiner Agenda. Erzähl uns mehr darüber.

Mit 21 Jahren habe ich mit dem Laufen begonnen und bin dann 2003 meinen ersten Marathon gelaufen. Meine Bestzeit liegt bei 3:45h. Da es mir irgendwann zu langweilig wurde, nur zu laufen, habe ich eine neue Herausforderung gesucht. 2005 bin ich dann zum allerersten Mal beim Ironman in Frankfurt gestartet – ohne irgendwelche Triathlon-Vorerfahrungen (3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und zum Schluss ein Marathonlauf). Da mir diese Sportart dermaßen Spaß gemacht hat, bin ich dabeigeblieben und habe heute eine persönliche Bestzeit von 11:58h.

Inzwischen bin ich schon über zehn Marathons gelaufen, diverse Halbmarathons sowie kleine Läufe und habe an 15 Ironmans teilgenommen und sie auch gefinisht (2005-2019). In dieser Zeit habe ich wie ein Profi trainiert und auch diverse Lizenzen erworben. Seit fünf Jahren mache ich nun auch das Athletik-Training der Eintracht Frankfurt Juniorinnen. Davon war ich vier Jahre bei den U15 Juniorinnen und bin seit dieser Saison bei den U13 Juniorinnen. Die wichtigsten Lizenzen, die ich im Fußball erworben habe, sind: C-Trainerschein, Ausgebildete und Zertifizierte Athletiktrainerin im Fußball beim Internationalen Fußballinstitut in Ismaning, Ausgebildeter und Zertifizierter Soccerkinetic-Coach (neurozentriertes Training im Fußball, Ernährungslizenz).

Mein eigenes Training beinhaltet jetzt: Ganzkörperworkout mit Crossfit-Elementen, Lauftraining (lockere sowie Intervall-Läufe) und im Sommer gehe ich auch wieder das ein oder andere Mal Schwimmen oder Radfahren.

 

  1. Unser Hobby ist ein Laufsport. Was machen viele beim Ausdauertraining gerne mal falsch?

Was man häufig sieht ist eine falsche Lauftechnik. Dadurch kann es zu Fehlstellungen oder Schmerzen kommen. Viele laufen auch mit einem viel zu hohen Puls und dadurch auch viel zu schnell. Ausdauerläufe sollten mit einem niedrigen Puls gelaufen werden, der wiederum von Alter und Fitnesszustand abhängt. Die Ausdauerläufe mit niedrigem Puls sind sehr wichtig. Denn nur wenn man bei einer höheren Geschwindigkeit mit einem niedrigen Puls läuft, hat man hinten raus noch genug Energie. Gerade bei intensiven Spielen ist das wichtig, um am Ende nicht völlig erschöpft zu sein. Auch in Bezug auf die Ernährung wird vieles falsch gemacht.

 

 

  1. Wie kann ein Schiri seine Fitness auf einfache Weise verbessern?

Die einfachste Methode ist zwischendurch laufen zu gehen und sich dabei mit jemandem zu unterhalten, dann ist das Tempo genau richtig. Auch Radfahren oder Schwimmen eignen sich bestens, um fitter zu werden. Ebenfalls wichtig: Stabilisationsübungen – auch Stabi genannt – zum Beispiel Unterarmstützen, Seitenstützen, Bauch-, Rücken-, und Rumpf- sowie Beinkrafttraining. Das kann man alles mit seinem eigenen Körpergewicht trainieren und es überall ausüben, ohne in ein Fitnessstudio gehen zu müssen. Also ein Ganzkörper-Workout zur Verletzungsprophylaxe.

 


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