Interview mit Haci Hacioglu

29.11.2022

Interview mit Haci Hacioglu

Schiedsrichter des Monats November

Unser Schiedsrichter des Monats Oktober ist Haci Hacioglu.

Haci engagiert sich neben der Schiedsrichterei seit vielen Jahren als Ansetzer. Durch diese Tätigkeit hat er einen besonders guten Draht zu den Schiri-Kollegen und zu den Trainern. Im Interview berichtet er von seinen zwei Funktionen und gibt Tipps für eine bessere Kommunikation bei der Spielplanung.

 

Name: Haci Hacioglu

Alter: 58

Schiedsrichter seit: 2003

Spielklasse: Kreisoberliga

Verein: Eintracht Frankfurt

Wie bist Du zum Schiedsrichtern gekommen?

2002 war ich Vorsitzender des FC Serkeftin 92 FfM und wir waren kurz davor abzusteigen. Unter anderem, weil wir seit einigen Jahren keinen Schiedsrichter mehr hatten. Deswegen habe ich bei den Spielern nachgefragt, wer Interesse an einem Lehrgang zum Schiedsrichter hätte. Da es nur wenig Interesse gab, habe ich mich dazu entschieden selbst Schiri zu werden und 2003 dann am Lehrgang teilgenommen und ihn bestanden.

 

Was begeistert Dich am Schiedsrichtersport?

Ich denke, dass wir als Schiris auf dem Platz mehrere Berufe gleichzeitig ausüben. Man versucht Konflikte während des Spiels zu lösen oder zu beraten, wenn jemand mit der Entscheidung des Schiris nicht einverstanden ist. Insbesondere in den letzten Jahren sind viele Regeln geändert worden und weder die Trainer noch die Spieler oder die Zuschauer verfolgen jede dieser Änderungen. Wir als Schiris müssen daher oft während des Spiels regelkundig werden. All diese Faktoren begeistern mich und geben mir das Gefühl, Teil einer großen Schiedsrichter-Familie zu sein.

 

Was kann man Deiner Meinung nach von der Schiedsrichtertätigkeit für sein privates und berufliches Leben lernen?

Ich persönlich finde es besonders wichtig, dass man die vollen 90+ Minuten des Spiels Ruhe bewahrt. Wenn man ruhig bleibt, kann man besser Lösungen finden und besser mit den Spielern oder Trainern kommunizieren.

Neben meiner Tätigkeit als Schiedsrichter bin ich in verschiedenen Bereichen ehrenamtlich aktiv. Auch hier hilft mir die Fähigkeit ein guter Teamplayer zu sein sehr. Auch das regelkonforme und disziplinierte Verhalten, das ich während eines Spiels benötige, lässt sich für mich einfacherer auf andere Tätigkeiten anwenden.

 

Seit vielen Jahren engagierst Du Dich im Kreisschiedsrichterausschuss als Ansetzer, aktuell für die A-, B- und C-Jugend. Berichte uns doch mal ein wenig von Deiner Arbeit:

Angefangen habe ich als C-Jugend Ansetzer und in dieser Zeit Freundschaftsspiele (Jugendbereich) erfasst, angesetzt und umbesetzt. Dadurch konnte ich fast bei allen Vereinen die Jugendleitung und die Trainer kennenlernen und sehr gute Beziehungen aufbauen. In dieser Zeit habe ich auch fast alle unsere Schiri-Kollegen kennengelernt. Und wenn ich jemanden nicht persönlich kannte, kannte ich zumindest den Namen und seinen oder ihren Schiedsrichter-Stil. Ich setze regelmäßig meine Spiele in einem 4-Wochen-Rhythmus an. Bis jetzt habe ich in meinen Bereich keine Punktspiele ohne Schiri durchgeführt. Langsam komme ich allerdings an meine Grenzen, da bei vielen Spielen kurzfristig entweder der Ort oder die Zeit geändert werden.

 

Wie können Dich unsere Schiedsrichter*innen bei deiner Arbeit als Ansetzer entlasten?

Das ist eigentlich gar nicht schwer, weil heutzutage fast jeder ein Smartphone hat. Wenn man also einen Spielauftrag bekommt, kann man diesen einfach bestätigen und auch alle Termine eintragen. Das wäre für uns Ansetzer schon eine große Hilfe.

 

Hast Du Tipps für Neueinsteiger oder Interessierte?

Ich empfehle allen Neulingen, aber auch erfahrenen Schiri-Kollegen, keine Angst zu haben, dem Coach, Mentor, oder Ansetzer Fragen zu stellen. Es ist wichtig, die Regeln zu beherrschen, aber man muss immer auch nach eigenen Wegen suchen. So kann man sein Spiel besser leiten.  Außerdem muss man seine eigenen Entscheidungen durchsetzen, auch wenn man dadurch mal einen Fehler macht.

 


26.10.2022

Interview mit Mirko Vukovic

Schiedsrichter des Monats Oktober

Unser Schiedsrichter des Monats Oktober ist Mirko Vukovic.

Mirko darf sich trotz seiner jungen Jahre als Mitglied des Talentkaders bereits in den Seniorenspielklassen beweisen.

Am vergangenen Wochenende durfte er nun zum ersten Mal das Kreispokalfinale der A-Junioren leiten.

 

Name: Mirko Vukovic

Alter: 17

Schiedsrichter seit: November 2018

Spielklasse: KOL (VL als SRA)

Verein: SV 1919 Zeilsheim

Wie bist Du zum Schiedsrichtern gekommen?

Mein damaliger Trainer in der C-Jugend von Concordia Eschersheim hatte mich gefragt, ob ich mir nicht vorstellen könne, Schiedsrichter zu werden. Ich habe ,,ja‘‘ gesagt, mich bei einem Lehrgang angemeldet und diesen auch bestanden. Den Regeltest allerdings leider erst beim zweiten Anlauf. Daraufhin habe ich mir das nötige Equipment bestellt und am 10. November 2018 mein erstes Spiel gepfiffen.

 

Was begeistert Dich am Schiedsrichtersport?

Mich begeistern die Herausforderung und das Ungewisse. Ungewiss deshalb, weil man nie weiß, was passiert und kein Spiel wie das andere ist. Gleichzeitig besteht die persönliche Herausforderung, körperlich und mental so auf der Höhe zu sein, dass man ein Spiel gewissenhaft und gut leiten kann und damit zusammen mit allen anderen Beteiligten einen geregelten Spielbetrieb ermöglicht.

 

Was kann man Deiner Meinung nach von der Schiedsrichtertätigkeit für sein privates und berufliches Leben lernen?

Bei mir persönlich ist es ganz klar die Ruhe und auch die Gelassenheit in stressigen Situationen. Das ist auf viele Lebensbereiche übertragbar. Ruhig und gelassen zu bleiben ist schon die halbe Miete, um Situationen oder Probleme gut und sicher lösen zu können. Persönlich schaffe ich es so, immer rational zu bleiben und objektiv die beste Lösung zu finden. Sowohl auf als auch neben dem Platz.

 

Am vergangenen Wochenende durftest du das Kreispokalfinale der A-Junioren leiten. Wie hast du das Spiel erlebt? War es für dich das Highlight deiner bisherigen Laufbahn?

Erstmal: Das Spiel war neben einem Spiel mit der südwestfranzösischen U-16 Regionalauswahl sicherlich das absolute Highlight meiner bisherigen Karriere. Ich habe mich auch riesig über die Nominierung und den Einsatz am vergangenen Wochenende gefreut. Das Spiel habe ich als ein sehr umkämpftes und knappes Finale wahrgenommen, bei dem beide Mannschaften jederzeit die Chance hatten, das Spiel zu gewinnen. Emotionen waren natürlich vorhanden, das gehört auch dazu, trotzdem konnten wir die Spieler ihr Spiel spielen lassen. An dieser Stelle auch nochmal ein Dankeschön an meine beiden Assistenten Anish und Timo.

 

Als Mitglied des Talentkaders bekommst du trotz deines jungen Alters bereits die Chance, dich in den Seniorenspielklassen zu beweisen. Welche Ambitionen hast du?

Es ist schwierig, die eigene Ambition an einer bestimmten Spielklasse festzumachen, da jederzeit etwas unvorhersehbares passieren kann. Trotzdem bin ich motiviert, möchte mich stetig weiterentwickeln und selbstverständlich auch in den Spielklassen weiter aufsteigen und gucken, wohin der Weg mich führt.

 

Hast Du Tipps für Neueinsteiger oder Interessierte?

Ich würde empfehlen, sich zuerst auf sich selbst zu fokussieren, Erfahrungen zu sammeln und viele Spiele zu pfeifen. Was mir auch immer geholfen hat, ist, sich – beispielsweise – Bundesliga Spiele anzugucken und dort besonders auf den Schiri zu achten. Ansonsten traut euch auch einfach mal etwas auszuprobieren. So könnt ihr euren ganz eigenen Pfeifstil entwickeln, mit dem ihr euch auch selbst gut identifizieren könnt.

 


27.09.2022

Interview mit Helga Altvater

Schiedsrichterin des Monats September

Unsere Schiedsrichterin des Monats August ist Helga Altvater.

Helga ist eine wahre Schiedsrichter-Pionierin. 1971 war sie die erste Schiedsrichterin in Frankfurt und eine der ersten in Hessen und Deutschland! Noch immer ist die stärkere Einbindung von Frauen im Fußball und Schiedsrichtersport ein Herzensthema für sie.

 

Im Buch „50 Jahre Frauenfußball in Hessen“ gehst du auch auf die Schiedsrichterei ein. Du bist die erste Schiedsrichterin aus Frankfurt und eine der ersten in Hessen und Deutschland. Was hat dich damals dazu motiviert diesen „Job“ zu machen?

Schon Anfang der 70er Jahre bin ich gerne mit meinem Vater ins Waldstadion gegangen und habe mich für den (Männer-)Fußball begeistert. Parallel habe ich meine Ausbildung begonnen. Doch die Jungs in meiner Ausbildungsabteilung wollten sich montags nicht mit mir über Fußball unterhalten. Dann fiel mir eine kleine Anzeige in einer Zeitung ins Auge: „Schiedsrichter gesucht. Bitte zum nächsten Lehrgang anmelden“. Gesagt, getan! Nach bestandenem Lehrgang wollte ich dann eigentlich nicht nur pfeifen, sondern den Jungs in der Ausbildungsabteilung auch zeigen, dass ich Ahnung von Fußball habe. Doch ich ließ mich überreden und unternahm schließlich bei der E-Jugend mit Unterstützung eines erfahrenen Schiedsrichter-Paten meine ersten Schritte mit der Pfeife. Der Frauenfußball befand sich zu diesem Zeitpunkt erst in der Entwicklung und spielte noch keine Rolle.

Wenn du heute einem Fußballspiel zuschaust, guckst du dabei mehr den Spielern oder dem Schiedsrichter bzw. der Schiedsrichterin zu?

Zunächst einmal freue ich mich über die enorme Entwicklung des Frauenfußballs. Er ist schnell und technisch hervorragend und es ist eine große Freude, dabei zuzuschauen. Natürlich blicke ich beim Betrachten eines Spiels auch auf die schiedsrichterlichen Leistungen. Die Schiedsrichterinnen werden seit Jahren auf allen Ebenen eingesetzt und ihre Leistungen sind auf hohem Niveau.

 

Warum gibt es bis heute noch immer nur sehr wenige weibliche Schiedsrichter? Was sind deiner Meinung nach die Gründe?

Ich denke, das ist ein allgemein gesellschaftliches Problem. Viele wollen nicht mehr regelmäßig eingebunden sein. Dazu die Beschimpfungen und eventuell auch direkte Angriffe, die immer wieder öffentlich werden. Man sollte mehr öffentlich darstellen, wie positiv es ist, das Schiedsrichter-Hobby mit den Kameradinnen und Kameraden auszuüben. Auch die intensive Betreuung durch Patinnen sollte hervorgehoben werden.

 

Erst kürzlich wurdest du für 50+1 Jahre Mitgliedschaft in unserer Schiedsrichtervereinigung auf unserem nachgeholten Ehrungsabend geehrt. Was kannst du uns bezüglich der Gewinnung sowie der Aus- und Fortbildung von Schiedsrichterinnen mit auf den Weg geben?

Man sollte verstärkt Erfolgsgeschichten von Schiedsrichterinnen in den sozialen Medien veröffentlichen und zudem Einladungen zu Sitzungen sowie speziell zu weiblichen Lehrgängen aussprechen. Auch gilt es, internationale Schiedsrichterinnen aus anderen Ländern einzuladen, zum Beispiel wenn sie gerade in der Nähe ein Spiel leiten. Man könnte auch einmal erfolgreiche Spielerinnen dazu befragen, wie es von ihrer Warte betrachtet aussieht. Oder Spielerinnen, die an ihrem Karriereende stehen, für die Schiedsrichterausbildung begeistern. Last but not least sollte man auch in die Frauenvereine gehen und für die Schiedsrichterei werben.

Auf einem sehr guten Weg ist meiner Meinung nach der HFV damit, Claudia Vanheiden im Verbandsschiedsrichterausschuss in die Position der Beisitzerin für den Schiedsrichterinnenbereich zu berufen. Eine intensive Zusammenarbeit und persönliche Treffen mit allen Beteiligten scheinen mir sehr wichtig für den Erfolg.

 

Wie hat sich der Frauenfußball in den vergangenen 50 Jahren entwickelt und auf was müssen sich Frauen in Zukunft noch einstellen?

Der Frauenfußball hat natürlich unglaubliche Fortschritte gemacht. Vor über 50 Jahren mussten alle bei Null anfangen. Verfolgt man allerdings die Erfolge im Einzelnen, dann haben sie zum Teil Jahre oder Jahrzehnte gedauert. Erst nach über 20 Jahren wurde ich in den Vorstand des HFV gewählt, um den Frauenfußball zu vertreten. Über 50 Jahre hat es gedauert, bis Hessen mit Prof. Dr. Silke Sinning eine DFB-Vizepräsidentin hat. Es sollte zukünftig doch schneller gehen, dass sich die Frauen in wichtigen Positionen etablieren. Natürlich müssen Frauen auch den Mut haben sich dafür zu entscheiden und es intensiv für sich einfordern.

 

Was hältst du von gemischten Mannschaften, also Frauen und Männern in einem Team?

Über die Jugend hinaus würde ich es nicht befürworten.

Wenn du noch eine spannende Erfahrung zum Abschluss hast oder dir etwas auf der Seele brennt, dann her damit…

Für mich war die Entscheidung Schiedsrichterin zu werden und ins Ehrenamt zu gehen wichtig für mein ganzes Leben und ich habe viel gelernt: schnelle Entscheidungen treffen, sich fortbilden, Kameradschaft pflegen, sich in Gremien durchsetzen und vieles mehr. Ich blicke auf so viele Erlebnisse in meiner aktiven Zeit zurück und habe unglaublich viele interessante Menschen getroffen, wie ich es im „normalen“ Leben nicht hätte verwirklichen können.

 

 

Das Buch „50 Jahre Frauenfußball in Hessen“ kann unter diesem Link beim HFV bestellt werden: https://www.hfv-online.de/

 


12.09.2022

Schiedsrichter des Jahres 2022 ausgezeichnet

Wie in jedem Jahr haben wir auf unserem Lehrabend am 08. September unsere Schiedsrichter des Jahres ausgezeichnet.

Wir gratulieren Ian Plenderleith (Senioren) sowie Pascal Braune (Junioren).

Den Titel des Regelkönigs sicherte sich in der vergangenen Saison unser Gruppenliga-Aufsteiger Simeon Thomm.

 


Einladung zur Hauptversammlung

Sehr geehrte Mitglieder,

Hiermit laden wir Dich zur

Hauptversammlung des Freundeskreis der Frankfurter Schiedsrichter e.V.

                            am Mittwoch, den 05.10.2022 um 18:30 Uhr                         

                   im Titus-Forum Nord-West-Zentrum im „kleinen Saal

sehr herzlich ein.

Tagesordnung

  1. Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden – Totenehrung – Verlesung des Protokolls der Mitgliederversammlung 2022 – Genehmigung der Tagesordnung
  1. Bericht des 1. Vorsitzenden, des Schatzmeisters und der Revisoren
  2. Aussprache zu den Berichten
  3. Wahl einer Wahlleiterin/eines Wahlleiters
  4. Entlastung des Vorstandes
  5. Wahl des 1. Vorsitzenden
  6. Wahl des 2. Vorsitzenden
  7. Wahl des Schatzmeisters
  8. Anträge und Verschiedenes

 

Wichtiger Hinweis:

 

Auf Grund der aktuellen Corona Lage kann es eventuell zu Änderungen/  Beschränkungen beim Versammlung kommen.

Hierzu werden wir rechtzeitig per Mail informieren.

 

Mit sportlichen Grüßen

gez. Thomas Günther       gez. Mathias Lippert        gez. Horst Bletz

  1. Vorsitzender        2. Vorsitzender                  Schatzmeister

 

Anträge zur Tagesordnung müssen mindestens 2 Wochen vor der Versammlung bei dem Vorstand eingereicht sein, um in die Tagesordnung aufgenommen werden zu können. Später eingehende Anträge dürfen; soweit sie nicht Abänderungs- oder Gegenanträge zu einem bereits vorliegenden Antrag sind, nur als Dinglichkeitsanträge behandelt werden.

Ein Dringlichkeitsantrag kann nur dann behandelt werden, wenn zuvor mindestens 2/3 der anwesenden Mitglieder die Zulassung dieses Antrags beschließen.

 

 


05.09.2022

Interview mit Ayhan Ütüler

Schiedsrichter des Monats August

Unser Schiedsrichter des Monats August ist Ayhan Ütüler von Türkgücü Frankfurt.

Ayhan ist das beste Beispiel für unser Motto „Lernen fürs Leben“. Mit 52 Jahren entschloss er sich spontan an unserem Neulingslehrgang teilzunehmen, um seinen Verein Türkgücü Frankfurt zu unterstützen – der hatte zu diesem Zeitpunkt nämlich nur einen einzigen Unparteiischen.

Name: Ayhan Ütüler

Alter: 60 Jahre

Schiedsrichter seit: 2014

Spielklasse: Kreisliga A

Verein: Türkgücü Frankfurt

 

 

1. Wie bist Du zum Schiedsrichtern gekommen?

Im Jahr 2014 hatte der Verein Türkgücü Frankfurt nur einen Schiedsrichter und suchte daher dringend nach weiteren Unparteiischen. Deshalb habe ich mich spontan dazu entschlossen, im April einen Neulingslehrgang zu absolvieren und als Schiedsrichter anzufangen.

 

2. Was begeistert Dich am Schiedsrichtersport?

Am meisten begeistern mich der Kontakt sowie der Austausch zwischen den Spielern und den Trainern. Mittlerweile hat der Verein auch viele neue Schiedsrichter*innen gewinnen können und ich habe seit meinem Start damals viele nette Kolleg*innen kennengelernt.

 

3. Was kann man Deiner Meinung nach von der Schiedsrichtertätigkeit für sein privates und berufliches Leben lernen?

Von Anfang an war es mir besonders wichtig immer ein faires und diszipliniertes Spiel zu pfeifen. Diese Einstellung habe ich auch mit in meinen Beruf genommen, wo ich seitdem ebenfalls mehr Disziplin an den Tag lege. Ich bin immer noch sehr gerne Schiedsrichter und das liegt, wie bereits erwähnt, hauptsächlich an dem Kontakt und dem Dialog zwischen den Spielern und den Trainern.

 

4. Was war dein unvergesslichster Moment auf dem Platz?

In der letzten Saison beim Spiel Türkgücü gegen Saz Rock war ich eigentlich nur als Zuschauer vor Ort, doch da der Schiedsrichter für die Partie nicht erschienen ist, bin ich kurzfristig eingesprungen und musste das Spiel pfeifen. Das war mein erstes Kreisoberliga-Spiel überhaupt und allein deshalb schon eine unvergessliche Erfahrung!

 

5. Hast Du Tipps für Neueinsteiger oder Interessierte?

Das Wichtigste ist, den Dialog mit den Spielern stets aufrecht zu halten, zu seinen Entscheidungen zu stehen und sie durchzusetzen. Natürlich sollte man als Schiedsrichter auch immer auf ein faires und diszipliniertes Spiel achtgeben. Und oft unterschätzt, aber trotzdem wichtig: Auch pünktlich zum Spiel zu erscheinen oder rechtzeitig abzusagen erleichtert den Spielablauf und verbessert das Miteinander unter den Kolleg*innen 😉.

 


30.08.2022

Jährlicher Ehrungsabend

In der vergangenen Woche haben wir den im letzten Jahr Corona-bedingt ausgefallenen Ehrungsabend für das Jahr 2021 durchgeführt.

Dabei wurden unsere langjährigen Mitglieder geehrt.

 

 

 

Die Schiedsrichtervereinigung Frankfurt sowie der Freundeskreis Frankfurter Schiedsrichter e.V. bedanken sich für ihr langjähriges Engagement bei:

Sandro Barolo (25 Jahre)

Patrick Nied (25 Jahre)

Ercan Basaran (25 Jahre)

Mathias Lippert (30 Jahre)

Gianfranco Satta (30 Jahre)

Zvko Trpcevski (35 Jahre)

Knut Christoph (40 Jahre)

Winfried Lang (40 Jahre)

Hartmut Sauter (40 Jahre)

Ludwig Brönner (45 Jahre)

Karl-Heinz Spoerck (45 Jahre)

Helga Altvater (50 Jahre)


13.07.2022

Anmeldung zum Neulingslehrgang freigeschaltet

Vom 11. September bis zum 24. September findet unser zweiter Schiedsrichter-Neulingslehrgang in diesem Jahr statt.

Die Teilnahme ist möglich für alle Fußballinteressierten ab 14 Jahren.

Der Lehrgang beinhaltet eine Fitnessprüfung sowie einen Regeltest, die bestanden werden müssen.

Wie gewohnt findet der Lehrgang auf dem Vereinsgelände des SC Goldstein statt.

Alle weiteren Infos sowie die Anmeldung findet ihr ab sofort unter diesem Link: www.dfbnet.org

 


05.07.2022

Interview mit Marc May

Schiedsrichter des Monats Juni

Unser Schiedsrichter des Monats Juni ist Marc May vom BSC SW 19 Frankfurt.

Marc war zehn Jahre lang Lehrwart der SVF und hat in dieser Zeit viele unserer Talente gefördert und weitergebildet. Während seiner langen Laufbahn hat er außerdem so einige Änderungen und Entwicklungen im Schiedsrichtersport miterlebt – vor und hinter den Kulissen!

Name: Marc May

Alter: 35 Jahre

Schiedsrichter seit: 2003

Lehrwart von / bis: 2012 – 2022

Spielklasse: Kreisoberliga (höchste: als SR Gruppenliga, als SRA Hessenliga)

Verein: BSC Schwarz-Weiß 19 Frankfurt

 

 

  1. Wie bist Du zum Schiedsrichtern gekommen?

1994 habe ich fast alle Spiele der Weltmeisterschaft bei einem Freund mit dessen Familie und ein paar Freunden in der Garage gesehen und fand hierbei mit jedem Spiel die Schiedsrichter und ihre Aufgaben spannender. Eigentlich wurde hier schon meine Begeisterung für das Amt als Schiedsrichter geweckt. Kurz danach habe ich mir von meinen Eltern ein Regelheft gewünscht und es mir mehrfach genau durchgelesen, bevor ich dann in der Schule anfing, in den Pausen bei den Fußballspielen zwischen den Schulklassen selbst als Schiedsrichter erste Erfahrungen zu sammeln.

Ein Jahr später bin ich dann das erste Mal mit ein paar Freunden zum Fußballtraining gegangen und habe dort den Trainer gefragt, wie ich Schiedsrichter werden kann. Er hat mir gesagt, dass ich dafür zu jung bin und ob ich nicht auch selbst spielen will. So bin ich dann als Spieler in den Verein gekommen, habe aber jedes Jahr im Sommer wieder nachgefragt, bis ich dann mit 16 Jahren endlich zu einem Lehrgang angemeldet wurde.

 

  1. Was begeistert Dich am Schiedsrichtersport?

Ich hatte schon immer ein ziemlich ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden und fand es von Anfang an spannend, auf dem Platz gewissermaßen die Fairness zu überwachen. Besonders reizvoll finde ich auch die Kombination, sich gleichzeitig körperlich und geistig zu fordern, da sich jede noch so kleine Unachtsamkeit als Schiedsrichter möglicherweise entscheidend auf ein Spiel auswirken kann.

 

  1. Was war Dein unvergesslichster Moment auf dem Platz?

Positiv: Da gab es so einige besondere Momente und es ist schwer, einen gesondert herauszustellen… Den größten Eindruck hinterlassen hat bei mir allerdings ein Spiel in der Kreisliga Aschaffenburg hinterlassen, bei dem es im Derby kurz vor Saisonende noch um den Aufstieg ging und fast 1.000 Zuschauer am Sportplatz waren. Wie die Stimmung beim Ausgleich der Gäste kurz vor Schluss war, kann man sich ja denken. 😉

 

Negativ: Kurz gesagt: Ein Spiel, dass ich abbrechen musste, weil ein Spieler nach einer roten Karte wegen Beleidigung auf mich losgegangen ist und sich auch nicht von den Spielern seiner eigenen Mannschaft zurückhalten ließ.

 

  1. Was war deine Motivation, Dich für die Ausbildung zum Lehrwart anzumelden?

Zunächst mal vorweg: Es gibt keine wirkliche Ausbildung zum Lehrwart.

Ich hatte mich schon vorher in der Lehrarbeit engagiert und beispielsweise die monatlichen Regeltests teilweise entworfen und im Anschluss auch ausgewertet. Dann kam unser damaliger Kreisschiedsrichterobmann Mathias Lippert bei der Kreisleistungsprüfung 2011 auf mich zu und hat gefragt, ob ich es mir vorstellen könnte, das Amt von meinem Vorgänger Jörg Kauer zu übernehmen.

Ich konnte mir das damals zwar schon vorstellen, war mir aber nicht sicher, ob ich dem Amt gewachsen bin. Aber man wächst ja bekanntlich an seinen Aufgaben. Auch habe ich darin eine gute Gelegenheit gesehen, in der Vereinigung etwas mit aufbauen und eigene Ideen einbringen zu können.

Dann wurde ich 2012 in das Amt gewählt und wollte es von Anfang an so gut wie möglich ausfüllen. Hierzu habe ich jede angebotene Möglichkeit zur Weiterbildung genutzt und die damals neu eingeführte Lizensierung über mehrere Module durchlaufen. Mein Ziel war hierbei immer, mich bestmöglich weiterzuentwickeln.

 

  1. Wie hat die Tätigkeit als Lehrwart Deine Sicht auf den Sport verändert bzw. erweitert?

Als Lehrwart habe ich erkannt, wie wichtig es ist, sich immer auf dem aktuellen Stand der Regeln zu halten: Während meiner Tätigkeit gab es einige tiefergreifende Regeländerungen und Anpassungen an der Auslegung einiger Regeln. Leider erreichen viele dieser Änderungen nicht die Trainer oder Spieler aller Mannschaften, wodurch es immer wieder zu unnötigen Diskussionen auf den Sportplätzen kommt.

 

6. Was sind die größten Veränderungen in der Schiedsrichteraus- und weiterbildung, die Du während Deiner Laufbahn miterlebt hast?

Von den zahlreichen Regeländerungen mal abgesehen geht der Fokus in der Schiedsrichterweiterbildung immer stärker auf jüngere Talente. Alles in allem wird das gesamte Schiedsrichterwesen im Leistungsbereich ab der Gruppenliga immer professioneller und die Ansprüche an die körperliche und geistige Fitness steigen.

 

7. Auf welchen Lehrgang, welches Trainingsprogramm, das Du erstellt hast, bist Du besonders stolz?

Auf die gemeinsam mit dem Hochtaunuskreis organisierten Trainingslager mit unseren kreisinternen Förderkader-Schiedsrichtern. Es war ein ziemlicher Aufwand, das entsprechende Programm vorzubereiten. Aber das, was am Ende dabei rausgekommen ist und vor allem wie alle Teilnehmer mitgezogen haben, hat mich tatsächlich beeindruckt.

Wir haben hierbei eine Art Olympiade aus mehreren Disziplinen organisiert, mit einer guten Mischung von Theorie und Praxis. Die Teilnehmer traten in zufällig zusammengestellten Vierer-Teams an.

 

8. Hat die Tätigkeit als Lehrwart sich auf Deinen Stil als Schiedsrichter ausgewirkt?

Da ich an mich selbst den Anspruch stelle, mit gutem Beispiel voranzugehen, bin ich nach meiner Einschätzung etwas kleinlicher bzw. strenger in der Regelauslegung geworden. Oder anders gesagt: Ich habe weniger Argumente für den Spieler gesucht oder gelten lassen, um die regelkonformen Strafen abzumildern.

 

9. Was möchtest Du als “alter Hase” unseren Nachwuchs-Schiedsrichtern mit auf den Weg geben?

Hinterfragt euch immer wieder selbst, jedes Spiel bietet die Chance, etwas zu lernen. Es ist in Ordnung auch mal Fehler zu machen. Wenn man solche Fehler selbst erkennt oder konstruktiv darauf hingewiesen wird, sollte man daraus etwas für die Zukunft mitnehmen. Nehmt vor allem die Hinweise von erfahrenen Kollegen ernst, ohne euch dadurch persönlich angegriffen zu fühlen; die meisten meinen es gut mit euch

 

 

 


02.06.2022

Interview mit David Schmidt

Schiedsrichter des Monats Mai

Unser Schiedsrichter des Monats Mai ist David Schmidt vom FC Union Niederrad. David gehört seit seinem Umzug nach Frankfurt im Sommer 2019 unserer Schiedsrichtervereinigung an und war vorher bereits in seinem alten Landesverband Südbaden aktiv. Seitdem ist er als Schiedsrichter in der Hessenliga aktiv, ist sich aber nicht zu schade, Spielleitungen in der Kreisoberliga Frankfurt zu übernehmen. Ebenso ist David sehr aktiv in die Förderung unserer talentierten Nachwuchs-Schiedsrichter eingebunden und auch immer bereit, ein Referat auf dem Lehrabend zu halten. Er ist somit nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz ein absoluter Gewinn für unsere Vereinigung.

Seine Pfeife wird so schnell allerdings nicht mehr auf Hessens Fußballplätzen zu hören sein, denn David, der beruflich in der Schiedsrichterabteilung des DFB arbeitet, wird in der kommenden Saison eine berufliche Auszeit einlegen.

Wir haben ihn daher bei seiner vorerst letzten Hessenliga-Begegnung Hünfelder SV – Viktoria Griesheim begleitet und einige Impressionen mitgebracht.

Name: David Schmidt

Alter: 33 Jahre

Schiedsrichter seit: 2006

Spielklasse: Hessenliga

Verein: FC Union Niederrad 07

 

 

  1. Wie bist Du zum Schiedsrichtern gekommen?

Bei einem Schulturnier 2006 ist ein Schiri ausgefallen. Daraufhin bat mich der Sportlehrer das Turnier zu Ende zu pfeifen. Das habe ich dann auch getan. Ich bekam zu meiner Überraschung anschließend sehr viel Lob von den Mannschaften. Also habe ich im Verein mal mit meinem damaligen Jugendleiter gesprochen, der selbst Schiri war. Er meinte, dass in wenigen Wochen ein Lehrgang stattfindet und hat mich dann gleich angemeldet!

 

  1. Was begeistert Dich am Schiedsrichtersport?

Das Entscheiden! Man kann sich nicht verstecken, man muss führen und entscheiden. Das ist eine wunderbare Lebensschule!

 

David mit seinen Assistenten Katrin Rafalski und Christian Steib

 

  1. Welches sind die größten Veränderungen im Schiedsrichtersport, die Du während Deiner Laufbahn miterlebt hast?

Im Schiedsrichterwesen insgesamt zählt für mich ganz klar die Einführung des VAR dazu! Die Möglichkeit, klare Fehler mithilfe der Technik korrigieren zu können, z.B. bei sehr knappen Abseitstoren, nimmt sehr viel Druck von den Schiris.

Auf unserer Ebene im Amateursport wiederum ist die Wiedereinführung der Zeitstrafe ein interessanter Aspekt. Vielleicht gelingt es damit, etwas mehr Ruhe aufs Feld zu bekommen.

 

 

  1. Was war Dein unvergesslichster Moment auf dem Platz?

Es ist jetzt über 16 Jahre her, aber ich denke tatsächlich immer noch an mein allererstes Spiel als offizieller Schiri zurück. Das erste Mal zwei Mannschaften aufs Feld führen zu dürfen war für mich ein total prägendes Erlebnis, an das ich mich – wie gesagt – bis heute bestens erinnere.

 

  1. Welches war das beste Spiel, das Du je gepfiffen hast?

Auch das ist sehr schnell beantwortet: das SBFV-Pokalfinale 2019 zwischen dem FC 08 Villingen und Rielasingen/Arlen. Das Endspiel eines Verbandspokals leiten zu dürfen, ist für uns Amateur-Schiris sicherlich die größte Auszeichnung, die man erhalten kann! Ein herrliches Spiel in herrlichem Rahmen, live in der ARD. Und am Ende das größte Lob, das man als Schiri bekommen kann: Niemand redete über die Unparteiischen!

 

 

6. Was war Dein größter Lernmoment auf dem Spielfeld?

Da gibt es in meiner langen Zeit als Schiri (leider) so einige. Gerade als Assistent konnte ich sehr viel bei erfahrenen Schiris abschauen. Aus seinen Fehlern zu lernen ist aber auch eine große Kunst. Einerseits darf man sie nicht schmälern, andererseits sollte man aber auch nicht zu hart mit sich selbst ins Gericht gehen. Denn: Niemand macht Fehler absichtlich, aber niemand sollte Fehler fahrlässig machen.

 

7. Was möchtest Du als “alter Hase” unseren Nachwuchs-Schiedsrichtern mit auf den Weg geben?

„Geduld ist die Tugend der Könige.“ So lautet ein sehr altes und sehr zutreffendes Sprichwort!

Im Schiri-Leben geht nicht immer alles von heute auf morgen. Ein guter Schiri reift über die Jahre. Die drei Grundpfeiler für eine optimale Entwicklung sind dabei immer dieselben: Fitness, Regelkenntnis und Praxis! Viel pfeifen, viel winken. Erfahrungen sammeln, seine Leistungen kritisch analysieren und geduldig einen Schritt nach dem anderen machen

 

 


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