26.04.2022

Interview mit Claudia Demuth

Schiedsrichterin des Monats April

Die SVF gratuliert der Schiedsrichterin des Monats April: Claudia Demuth! Die Co-Trainerin der Eintracht Juniorinnen hat die

pandemiebedingte Spielpause genutzt, um sich als Schiedsrichterin ausbilden zu lassen. Der Blick von der anderen Seite

hat ihr noch einmal eine ganze neue Wertschätzung für den Sport ermöglicht.

Name: Claudia Demuth

Alter: 46 Jahre

Schiedsrichter seit: 2021

Spielklasse: E-C Jugend

Verein: 1. FFV 97 Oberursel

 

 

 

  1. Wie bist Du zum Schiedsrichtern gekommen?

Durch die Corona Lockdowns gab es nicht viele Möglichkeiten, sich sportlich zu betätigen und auch der Trainings- und Spielbetrieb waren eingestellt. Also habe ich überlegt, wie ich die fußballfreie Zeit überbrücken kann und mich dazu entschlossen, die Schiedsrichter-Ausbildung zu absolvieren. Als Co-Trainerin der Eintracht Juniorinnen wollte ich auch einmal die andere Seite kennenlernen.

 

  1. Was begeistert Dich am Schiedsrichtersport?

Das Miteinander auf dem Platz und dass jedes Spiel die Herausforderung mit sich bringt, es für alle zufriedenstellend zu leiten. Man erhält dadurch noch einmal einen komplett neuen Einblick in den Sport. Als Co-Trainerin und auch als Schiedsrichterin kann ich jetzt deutlich besser die Entscheidungen nachvollziehen die bei den Spielen “gepfiffen” werden. So kann ich für mich selbst auch überlegen, ob ich die Situation genauso gepfiffen oder eine andere Entscheidung getroffen hätte – sprich: Ich kann Situationen für mich selbst reflektieren. Als Schiedsrichter ist man zudem mitten im Geschehen und bekommt somit alles mit.

 

 

  1. Fitness steht ganz oben auf deiner Agenda. Erzähl uns mehr darüber.

Mit 21 Jahren habe ich mit dem Laufen begonnen und bin dann 2003 meinen ersten Marathon gelaufen. Meine Bestzeit liegt bei 3:45h. Da es mir irgendwann zu langweilig wurde, nur zu laufen, habe ich eine neue Herausforderung gesucht. 2005 bin ich dann zum allerersten Mal beim Ironman in Frankfurt gestartet – ohne irgendwelche Triathlon-Vorerfahrungen (3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und zum Schluss ein Marathonlauf). Da mir diese Sportart dermaßen Spaß gemacht hat, bin ich dabeigeblieben und habe heute eine persönliche Bestzeit von 11:58h.

Inzwischen bin ich schon über zehn Marathons gelaufen, diverse Halbmarathons sowie kleine Läufe und habe an 15 Ironmans teilgenommen und sie auch gefinisht (2005-2019). In dieser Zeit habe ich wie ein Profi trainiert und auch diverse Lizenzen erworben. Seit fünf Jahren mache ich nun auch das Athletik-Training der Eintracht Frankfurt Juniorinnen. Davon war ich vier Jahre bei den U15 Juniorinnen und bin seit dieser Saison bei den U13 Juniorinnen. Die wichtigsten Lizenzen, die ich im Fußball erworben habe, sind: C-Trainerschein, Ausgebildete und Zertifizierte Athletiktrainerin im Fußball beim Internationalen Fußballinstitut in Ismaning, Ausgebildeter und Zertifizierter Soccerkinetic-Coach (neurozentriertes Training im Fußball, Ernährungslizenz).

Mein eigenes Training beinhaltet jetzt: Ganzkörperworkout mit Crossfit-Elementen, Lauftraining (lockere sowie Intervall-Läufe) und im Sommer gehe ich auch wieder das ein oder andere Mal Schwimmen oder Radfahren.

 

  1. Unser Hobby ist ein Laufsport. Was machen viele beim Ausdauertraining gerne mal falsch?

Was man häufig sieht ist eine falsche Lauftechnik. Dadurch kann es zu Fehlstellungen oder Schmerzen kommen. Viele laufen auch mit einem viel zu hohen Puls und dadurch auch viel zu schnell. Ausdauerläufe sollten mit einem niedrigen Puls gelaufen werden, der wiederum von Alter und Fitnesszustand abhängt. Die Ausdauerläufe mit niedrigem Puls sind sehr wichtig. Denn nur wenn man bei einer höheren Geschwindigkeit mit einem niedrigen Puls läuft, hat man hinten raus noch genug Energie. Gerade bei intensiven Spielen ist das wichtig, um am Ende nicht völlig erschöpft zu sein. Auch in Bezug auf die Ernährung wird vieles falsch gemacht.

 

 

  1. Wie kann ein Schiri seine Fitness auf einfache Weise verbessern?

Die einfachste Methode ist zwischendurch laufen zu gehen und sich dabei mit jemandem zu unterhalten, dann ist das Tempo genau richtig. Auch Radfahren oder Schwimmen eignen sich bestens, um fitter zu werden. Ebenfalls wichtig: Stabilisationsübungen – auch Stabi genannt – zum Beispiel Unterarmstützen, Seitenstützen, Bauch-, Rücken-, und Rumpf- sowie Beinkrafttraining. Das kann man alles mit seinem eigenen Körpergewicht trainieren und es überall ausüben, ohne in ein Fitnessstudio gehen zu müssen. Also ein Ganzkörper-Workout zur Verletzungsprophylaxe.

 

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