22.03.2022

Interview mit Robert Kahlbau

Schiedsrichter des Monats März

Die SVF gratuliert dem Schiedsrichter des Monats Februar: Robert Kahlbau! Der 21-Jährige Gruppenliga-Schiedsrichter engagiert sich neben seinen eigenen Spielleitungen fleißig im Lehrstab der Schiedsrichtervereinigung und leistet mit der Betreuung unseres Förderkaders einen wichtigen Beitrag zur Talentförderung im Schiedsrichterwesen.

 

Name: Robert Kahlbau

Alter: 21 Jahre

Schiedsrichter seit: 2014

Spielklasse: Gruppenliga

Verein: SG Eintracht Frankfurt

 

 

 

  1. Wie bist Du zum Schiedsrichtern gekommen?

Unser Verein suchte damals Schiedsrichter für seine E-Jugend-Hallenturniere im Winter und hat daher die Spieler aus der C-Jugend gefragt, ob sie nicht Interesse hätten das Hallenturnier zu pfeifen. Ich und zwei weitere Mannschaftskollegen haben das dann einfach mal ausprobiert. Wir hatten alle drei so viel Spaß daran, dass wir wenige Monate später unseren Schiedsrichterschein im Frühjahr 2014 gemacht haben. Meine Mannschaftskollegen haben das Schiedsrichtern dann jedoch schnell wieder aufgegeben und so bin ich der Einzige aus meiner ehemaligen Mannschaft, der bis heute Schiedsrichter ist.

 

  1. Was begeistert Dich am Schiedsrichtersport?

Mich begeistert vor allem das Miteinander auf und neben dem Platz. Jedes Spiel ist eine Herausforderung, in der man versucht mit 22 unterschiedlichen Charakteren auf dem Platz zurecht zu kommen und das Spiel für alle zufriedenstellend zu leiten. Außerdem bietet die Schiedsrichterei mir die Möglichkeit in Ligen unterwegs zu sein, die ich niemals als Fußballer erreicht hätte. Man bekommt nochmal einen komplett anderen Einblick in den Sport, den man über alles liebt. Als Zuschauer sitzt man passiv am Spielfeldrand und bekommt kaum mit was auf und neben dem Platz passiert. Im Gegensatz dazu bist du als Schiedsrichter mittendrin im Geschehen, bekommst die Emotionen, spielerische Klasse der Spiele und alles, was hinter dem Fußball steckt, mit. Ich kann die Schiedsrichterei also jedem, der ein wenig fußballbekloppt ist, empfehlen. Ist definitiv eine einmalige Erfahrung!

 

  1. Was kann man Deiner Meinung nach von der Schiedsrichtertätigkeit für sein privates und berufliches Leben lernen?

Die Schiedsrichterei ist mit die beste Persönlichkeitsschulung, die es gibt. Man lernt im jungen Alter Konfliktsituationen zu lösen und mit Druck umzugehen. Was mir in der Berufswelt zum Einstieg besonders geholfen hat ist, dass man im Alter zwischen 14-16 schon lernt mit Erwachsenen, die viele Jahre älter als man selbst sind, auf Augenhöhe zu kommunizieren und sich Respekt zu verschaffen. Das sorgt dafür, dass man oft reifer im Kopf ist als Gleichaltrige. Man lernt außerdem sehr gut, Menschen und Charaktere einzuschätzen und flexibel auf überraschende Situationen reagieren zu können. Das sind alles Eigenschaften, die von jedem Arbeitgeber hoch geschätzt werden und die eigentlich kaum eine Tätigkeit wie die Schiedsrichterei so gut schulen kann.

 

  1. Was war dein unvergesslichster Moment auf dem Platz?

Mein erstes Gruppenliga-Spiel. Ich hatte die Ehre als Aufsteiger in die Gruppenliga das Eröffnungsspiel der Gruppenliga Frankfurt Ost an einem Freitagabend zu leiten. Beide Mannschaften waren heiß auf das Spiel, da beide ab Spieltag eins gegen den Abstieg spielten. Dazu um die 400 Zuschauer, zwei super Schiedsrichter-Assistenten mit Marcel Uhl und Hashim Rehman und ein Rasenplatz, der gefühlt auf Profiniveau war. Wir als Schiedsrichterteam waren das ganze Spiel über voll gefordert, mussten viele knifflige Zweikämpfe bewerten und hatten generell viel zu tun. Dazu kamen eine rote Karte und reichlich gelbe Karten, mehrere Rudelbildungen und ein Strafstoß. Zusammengefasst also alles andere als ein ruhiger Einstand. Nach dem Spiel waren alle Spieler inklusive Trainer und Schiedsrichterbeobachter voll zufrieden und wir als Schiedsrichterteam glücklich über die gezeigte Leistung.

 

 

  1. Hast Du Tipps für Neueinsteiger oder Interessierte?

Die Schiedsrichter bringt viele Vorteile mit sich und ist sehr vielseitig. Gerade für Schüler ist sie eine super Möglichkeit sich nebenbei etwas dazu zu verdienen. Während andere im Supermarkt an der Kasse sitzen, kann man sich sportlich betätigen, seinem Hobby nachgehen und dafür außerdem noch ein kleines Taschengeld bekommen. Das ist vermutlich in keinem anderen Hobby möglich. Auf diesem Wege möchte ich außerdem nochmal für die Aufstiegsmöglichkeiten in der Schiedsrichterei werben. Nach nur wenigen Jahren pfeifen viele Schiedsrichter schon höher als sie es jemals als Fußballspieler geschafft hätten. Gerade wer in jungen Jahren anfängt, hat viele Möglichkeiten aufzusteigen und kann es in die Junioren-Bundesliga oder möglicherweise noch höher schaffen. Vor 1,5 Jahren haben wir dafür den sogenannten Förderkader in Frankfurt ins Leben gerufen, der gerade für junge Schiedsrichter und Neulinge spannende Perspektiven eröffnen wird und in dem vielversprechende Talente gezielt gefördert und in ihrer Entwicklung begleitet werden.

 

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